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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Boating in Florida, Insiderwissen Teil I


Tom
08.12.2004, 21:02
Ich schreib euch mal etwas zu diesem Thema, weil hier ist doch vieles anders. Ich teile das Thema in 2 Abschnitte (Marina/Wasser)

Teil1: Marina
Als ich das erste Mal in Florida an der Westküste war suchte ich vergeblich einen schönen großen Yachthafen in unserer Umgebung. Zwar findet man immer wieder ein paar Anleger aber nicht wirklich schönes oder großes. Vergeblich so was wie in Wedel / Hamburg zu suchen. Fand ich schon komisch, weil hier die besten Voraussetzungen sind. Nach einiger Zeit des Erkundens war mir klar: Entweder liegen die Boote direkt am Grundstück auf einem Dock mit Lift, oder sie sind im Storage untergebracht. Nur die, so ab 40'ft. liegen im Wasser. (Gewerbliche mal ausgenommen) Dabei gibt es aber auch manchmal Probleme: Hier sind einige Yachten länger aus das Grundstück.

Nach dem wir nun erfolgreich unser Boot gekauft hatten, haben wir auch Einsicht bekommen wie die Marinas arbeiten. Ein Liegeplatz gibt es i.d.R. nicht. Vielmehr werden die Boote nach jeder Fahrt ins Regal gepackt und verstaut.
Das sieht dann so aus:

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In dieser Halle haben ca. 180 Boote Platz.

Schön wenn man einen Platz ganz oben hat, dann bleibt das Boot auch trocken. Sobald man seinen Platz hat wird das Boot verstaut. Die Marinas haben so 1-x Hallen unsere hat 4 Hallen.
Wie kommt man nun ins Wasser... Ganz einfach: Mit dem Handy auf dem Weg zur Marina kurz anrufen, die Bootnummer sagen und dann wird das Boot in Wasser gelassen.

Sieht dann so aus:

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Bein Anruf kann man auch noch sagen das sie bitte Tanken sollen (Voll / Halb / $20). Ganz praktisch. Aber bevor es dann ins Boot geht muss man die Rechnung bezahlen. Die Preise liegen in den Marinas derzeit bei ca. $2.80 für die Gallone 3.8l, ca. $0.80 höher als auf der Strasse.

Die Tankstelle, der Anfang:

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und das Ende:

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Das Boot liegt dann irgendwo am Steg und die Persenning ist verstaut worden. Die muss natürlich ab, da das Personal das Boot ja eine kurze Strecke fahren muss.
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Und dann geht los.... Zwar nicht immer bei uns, da der Motor so schlecht startet. Macht aber nix, die haben ein Batteriegerät da und geben auch Starthilfe. Allerdings sind sie, wenn der Motor nicht startet, etwas sauer weil sie dann mit Hilfe eines anderen Boots das Boot auf den Liegeplatz ziehen müssen.

Rückkehr: Wer bis 16:30 Uhr wieder in der Marina ist, wird noch verstaut, wer später kommt hat Pech und kommt erst am nächsten Tag ins Storage. Dafür nimmt man sich am Steg eine rote Wäscheklammer

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und packt die vorne an das Boot. Ein Zeichen dafür dass das Boot nicht mehr benutzt wird und ins Storage kann. Der Persenning dann nur zur Hälfte drauf, den Rest machen sie. Der Schlüssel bleibt an Board!
Auf dem Steg ist überall ein Frischwasseranschluss mit Schlauch, für die Reinigung auch darf man umweltfreundliches Shampoo verwenden. Wenn das Boot aus dem Wasser kommt wird der Rumpf automatisch mit Wasser abgespült.
Kosten: Je nach Lage kostet der Storage zwischen $8-$10 je ft. pro Monat. Es gibt dann noch ein paar kleine Aufschläge für besondere Längen.
Basteln & Wartung: Es gibt ein paar Trockenplätze wo man sein Boot abstellen lassen kann und es nach Herzenslust reinigen kann.
Natürlich hat fast jede Marina eine Servicewerkstatt unsere hat 2 x 4 Bühnen. Der Technikerpreis liegt bei $80/Std. Nicht zu vergessen, einen kleinen Shop gibt es auch, ein Verkaufsbüro natürlich und einen recht netten Pool.

Weiter gehts wenn das Boot aus der Wartung ist, mit dem Teil: Auf dem Wasser.

amm
12.12.2004, 10:03
Hi Tom,

Dein Bericht über das boating ist echt sehr interessant. Wir als "Teilzeitfloridianer" fragen uns immer wieder ob es sich lohnt ein eigenes Boot anzuschaffen, was ja dann bedeutet einen Lift am Haus zu bauen oder das Boot ins storage zu geben. Wenn man wie wir nur 4-5 Wochen im Jahr in Florida verbringt, ist es wehrscheinlich günstiger immer mal wieder ein Boot zu mieten.
Wie siehst Du das? Wie oft nutzt Du das Boot?
Freue mich schon auf den zweiten Teil Deines Berichts.:002:
Gruß
amm

Tom
12.12.2004, 15:06
Es gibt hier immer so ein Spruch:
Es gibt 2 schöne Tage im Leben eines Bootbesitzers: Der Kauftag und der Verkaufstag. :009:

Jetzt kommt es wirklich darauf an welche Einstellung man zu einem Boot hat und was man machen will. Wenn die ganze Familie 100% Spass daran hat dann kann die Rechnung aufgehen. Wenn nicht, dann vergammelt das Boot schnell im Storage und kostet viel Geld. Ein Boot ist Luxus, das sollte man nicht vergessen.

Ein gebrauchtes Boot kann schnell nach dem Kauf noch viel zusätzliches Geld kosten, das habe ich gerade hinter mir.

Wenn ihr aber 100% Boater seid und auch mal längere Touren machen wollt, über ein - x Tage, bringt dieser Luxus viel Spass mit einem eigenen Boot. Wirtschaftlich wird sich das aber als Teilzeitfloridianer nie rechnen.

Mein Traum ist immer noch eine 3 Tages Tour: Von der Westküste Floridas über den Lake Okeechobee auf den Atlantik (120 Miles, 1. Übernachtung) und dann rund 80 Miles östlich auf die Bahamas. (2. Übernachtung). Zurück über die Südspitze der Florida Keys (160 Miles, 3. Übernachtung) und dann an der Westküste wieder hoch back home. (130 Miles)
Das Problem dabei ist, dass das Boot dann 2 Motoren haben muss, (wg. Sicherheit) und damit leider in der oberen Preisklasse liegt, bei rund 100T$
Schön wenn man noch Träume hat.

Reparaturen: Viele Bootsbesitzer klagen über die häufigen Reparaturen. Das ist nun mal so. Das Wetter, das Salzwasser, etc. lassen das Material schnell vergammeln. Hält ein Krümmer in Süßwasser rund 12 Jahre, kannst du ihn hier nach dem 7. Jahr tauschen. Wenn man es nicht pflegt vielleicht schon nach 5 Jahren. Wenn da Wasser reinkommt sieht das so aus:

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Unschwer zu erkennen das so eine Reparatur ein paar tausend Dollar kostet.

Alternative Mieten:
Von den Kosten her sicherlich -im Vergleich- ein Witz. Kostet dich ein Dock am Haus rund 15T$, oder das Storage alleine im Jahr rund $2.800 (beides ohne Anschaffungskosten für das Boot), ist ein Mietpreis von vielleicht $1.500 pro Woche eher ein "schnapper" das mal 4 Wochen sind $6.000.

Wenn es da nicht ein kleines Problem gibt:

Der Vermieter ist zu weit weg.
Kurzfristig hat er kein Boot zur Verfügung.
Einige Vermieter erlauben den Zugang zum Golf nicht
etc, etc.

Aber ihr könnt vorzeitig reservieren, denn eure Termine sind bekannt.

Wir haben uns ein Boot gekauft und teilen uns das mit Freunden. Für uns rechnet sich das dann. Alle Kosten durch 2 und es gibt auch kein Gerangel, denn wir haben fast 300 Tage Bootswetter. Nur wenn Besuch da ist, wird es vorher besprochen, bzw. reserviert. Da wir hier auch arbeiten fahren wir ansich nur am Wochenende. Manchmal aber auch schnell nach Marco Island zum Mittagessen :009:

Mein Tipp: Lieber mal ein dickes Boot mieten, das Revier testen und nach 2-3 Wochen schauen wieviel Spass ihr dabei habt. Das ganze noch mal im 2 Jahr machen und wenn dann der Drang immer noch so groß ist, kauft ihr euch eins. Aber wie gesagt: Das Geld muß "wirklich" über sein.

P.S. Solltest du über die Anschaffung von einem Boot mit über 30' und 2 Motoren nachdenken, vergiss alles was ich vorher geschrieben habe. Ich könnte dir das Boot in den restlichen 47 Wochen im Jahr gut warten und ständig darauf aufpassen. :0053:

Tom
12.12.2004, 16:19
Hi Tom,

Dein Bericht über das boating ist echt sehr interessant. Wir als "Teilzeitfloridianer" fragen uns immer wieder ob es sich lohnt ein eigenes Boot anzuschaffen, was ja dann bedeutet einen Lift am Haus zu bauen oder das Boot ins storage zu geben. Wenn man wie wir nur 4-5 Wochen im Jahr in Florida verbringt, ist es wehrscheinlich günstiger immer mal wieder ein Boot zu mieten.
Wie siehst Du das? Wie oft nutzt Du das Boot?
Freue mich schon auf den zweiten Teil Deines Berichts.:002:
Gruß
ammAuf den zweiten Teil freue ich mich auch schon. Wenn ... unser Boot aus der Reparatur wieder kommt und ich den freundlichen Techniker mit der Rechnung sehe... :014:

@amm: Komm ja nicht auf die Idee euer Ferienhaus zusammen mit dem Boot zu vermieten. Die Reparaturkosten werden dich erschlagen. (Schraube defekt, auf Grund gelaufen, Motor nicht gespühlt, etc, etc.)

amm
12.12.2004, 20:29
@ Tom,

ja das hatten wir auch schon gehört, und mit der Versicherung und der Haftung ist das so ja auch so eine Sache, obwohl viele Hausbesitzer ja ein Boot mitvermieten.
Wir selbst hatten bei den verschiedensten gewerblichen Bootsvermietern nie richtig rausbekommen, wie nun das Boot gegen verschuldete Unfälle versichert ist, ich glaube im Ernstfall steht man als Mieter auch bei einem Bootsverleih schlecht da.:0056:
Da ist zwar meistens das Boot versichert, aber wenn man jemanden Dritten verletzt hat (liability?) was ist damit?:0025:
Ich hatte immer ein ungutes Gefühl beim Bootleihen, daher auch der Gedanke ein eigenes Boot zu kaufen und entsprechend zu versichern.
Gruß
mucky
Ps. Die Tour die Du oben beschrieben hast ist wirklich toll, könnt mich auch reizen...
aber 30`und 2 Motoren ist auch nicht meine Gehaltsklasse.

Tom
12.12.2004, 21:06
Ja, es gibt hier immer Begrenzungen in der Haftpflicht. Da muß ich auch mal schauen wie das bei uns geregelt ist.

Aber frag doch mal bei deiner Haftpflicht in dt. nach. Vielleicht ist da ja was mitversichert. Was ich zwar nicht unbedingt glaube, aber es gibt ja auch Wunder...

amm
22.12.2004, 17:44
Aber frag doch mal bei deiner Haftpflicht in dt. nach. Vielleicht ist da ja was mitversichert. Was ich zwar nicht unbedingt glaube, aber es gibt ja auch Wunder...Hi Tom,
die Privathaftpflicht erstreckt sich nicht "....auf das Führen oder den Besitz eines Motorbootes..." :0025: auch nicht im Inland.

Was macht der zweite Teil Deines Berichts? Hat Dich die Rechnung des Technikers erschlagen?:014:

beterix
22.12.2004, 21:57
Mmmmmmhh ich könnte gleich ins Boot springen....

Braucht man da eigentlich einen Führerschein und wie ist das bei den Segelbooten? Mich würd ja so ein 50' Katamaran reizen :036: - erst mal so zum segeln, nach dem Lottogewinn dann zum Kaufen:0201: