Abwrackprämie für Hart IV-Empänger

buccaneer

Buchmacher und Frauenversteher
#1
In den letzten Tagen hört man ja immer von der aufkommenden Diskussion, ob die Abwrackprämie auch Hartz IV-Empfängern gewährt werden soll. Da sie als "Einnahme in Geldeswert" angesehen wird, wird sie auf die Leistung angerechnet.

Die einen sagen: Das ist eine weitere Ausgrenzung von Hartz IV-Empfängern. Einerseits fordert man eine nahezu bundesweite flexibilität bei Jobangeboten (die ja irgendwie, eben mit dem meist alten Auto, erreicht werden soll), andererseits beschneidet man die Möglichkeit sich vernünftig fortbewegen zu können. Ausserdem hat das alles nur wieder mit Neid zu tun.

Die anderen meinen: Wie soll denn ein Hartz IV-Empfänger die Raten für einen Neuwagen, sei er noch so klein, bezahlen können? Angeblich können die doch von dem Geld kaum die Lebensmittel bestreiten. Die leben auf "unsere Kosten" und werden noch mit Zuschüssen für neue Autos belohnt.

Wie ist eure Meinung hierzu?

Und bitte, wie immer fair und sachlich diskutieren und argumentieren.
 

felina

Well-Known Member
#2
Hm... schwierig,

also ich kenne den einen oder anderen, der am oder mit dem Existenzminimun leben muss und bei Keinem wäre auch nur im Entferntesten daran zu denken, einen Neu- bzw. Jahreswagen in irgendeiner Art finanzieren zu können... und Kredit kriegste mit dem Hintergrund auch nicht..... Unfair finde ich es aber, sollte jemand aus welchem Grund auch immer, die Möglichkeit haben, einen solchen Wagen zu erwerben, dass er dann nicht in den Genuß kommen soll...

Abgesehen davon, dass er ja auch die Unterhaltung des Wagens selbst finanzieren müßte und dafür keinerlei Zuwendungen erhalten würde, da man davon ausgeht, dass dieser Unterhalt wirklich nur zum Leben reichen soll (was auch nicht leicht ist).

Mal davon abgesehen, ist für mich die Abwrackprämie lediglich ein Strohfeuer, das nicht das bewirken wird, was es soll!!!

felina
 

TiPi

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#3
M. E. würde das eher den Umsatz der Spirituosen- und Zigarettenindustrie ankurbeln, aber nicht den der Autoindustrie. :009: (Hat ein Politiker glaub ich auch schon von sich gegeben :109:)
 

admin

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#4
M. E. würde das eher den Umsatz der Spirituosen- und Zigarettenindustrie ankurbeln, aber nicht den der Autoindustrie. :009: (Hat ein Politiker glaub ich auch schon von sich gegeben :109:)
Yepp, das war der JU-Vorsitzende wenn ich mich recht erinnere - da ging es um eine Aufstockung des Hartz IV Sockelbetrages.

Der hat schon ordentlich Schelte für so eine blödsinnige Pauschalverurteilung bekommen - Du hast geschafft das noch an Schwachsinnigkeit zu toppen: Bei der Abwrackprämie kriegt der Betreffende ja nicht einen Cent in die Hand, den er in Alkohol und Zigaretten umsetzen könnte sondern er lädt sich im Gegensatz noch eine finanzielle Verpflichtung auf, die ihm den Konsum von Alkohol und Zigaretten (sind ja offenbar alles Raucher und Trinker) noch zusätzlich erschweren dürften....:093:

Zum eigentlichen Thema: Wenn sich ein Hartz IV-Empfänger die Kosten für einen Neu- oder Jahreswagen leisten kann, dann stimmt entweder das System irgendwie nicht wenn das nicht entweder alle oder keiner kann oder derjenige schummelt in irgendeiner Form (nicht angemeldeter Zusatzverdienst, Schwarzarbeit, nicht angemeldete Vermögensbeträge) - von daher stellt sich in meinen Augen die Frage gar nicht.

Vielleicht sollte man lieber die Frage stellen, ob man die noch gut funktionsfähigen Autos aus dieser Aktion nicht lieber denen zu tragbaren Konditionen anbieten sollte anstatt sie zu verschrotten - vielleicht würde ja jemand lieber das für Bier und Zigaretten eingeplante Geld für Benzin ausgeben....

Da hätten diese Menschen vielleicht eher was von als von der Abwrackprämie :0025:
 
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jroeben

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#5
Ich kann mich vom iPhone leider nicht "bedanken", deswegen mach ich das erstmal so. Danke folgt, wenn ich im Büro bin ...
Jedenfalls 100% Zustimmung in ALLEN Punkten.
 
J

jroeben

Guest
#6
So, nun aber ...
Ich würde sogar noch weiter gehen..
Funktionierende Autos, die vielen arbeitssuchenden Mitbürgern durch die gewonnene Mobilität sicher die Chance auf einen Arbeitsplatz geben könnte, zwangs zu verschrotten, zeugt doch von einer extrem kurzsichtigen und dabei sehr zynischen und menschenverachtenden Betrachtungsweise.
 

TiPi

Moderator
Moderator
#7
Yepp, das war der JU-Vorsitzende wenn ich mich recht erinnere - da ging es um eine Aufstockung des Hartz IV Sockelbetrages.

Der hat schon ordentlich Schelte für so eine blödsinnige Pauschalverurteilung bekommen - Du hast geschafft das noch an Schwachsinnigkeit zu toppen: Bei der Abwrackprämie kriegt der Betreffende ja nicht einen Cent in die Hand, den er in Alkohol und Zigaretten umsetzen könnte sondern er lädt sich im Gegensatz noch eine finanzielle Verpflichtung auf, die ihm den Konsum von Alkohol und Zigaretten (sind ja offenbar alles Raucher und Trinker) noch zusätzlich erschweren dürften....:093:
Aber ich war nah dran und konnte Dich immerhin zu einer neuen Predigt annimieren .sf: :109:

Das einzig gute an der Abwrackprämie ist für mich, daß die alten Dreckschleudern vermehrt von der Bildfläche verschwinden (vor allem alte Dieselfahrzeuge :wuerg:) :007:
 

Sepa

Well-Known Member
#9
Also ich finds schon OK keine A_Prämie für Hartz IV Empfänger.

Hartz IV Geld sollte wirklich ausschließlich für den Lebensunterhalt verbleiben,und nicht für laufende Unterhaltungskosten für ein Auto verwendet werden.

Fände es aber gut wenn sie kostenlos mit öffentlichen Verkehrsmittel fahren könnten.

Gruß
Sabine
 

admin

Administrator
Mitarbeiter
#10
Das einzig gute an der Abwrackprämie ist für mich, daß die alten Dreckschleudern vermehrt von der Bildfläche verschwinden (vor allem alte Dieselfahrzeuge :wuerg:) :007:
Na zumindest hast Du ja schon mal die Intention der Abwrackprämie begriffen :035:

Aber auch das ist ja wieder ziemlich kurz gegriffen: Es gibt duchaus auch Fahrzeuge in diesem Alter die schon "sauber" sind, Peugeot stattete schon 2000 einige Fahrzeuge serienmäßig mir Dieselpartikelfilter aus (was manche deutsche Autobauer bis heute kaum flottendeckend hinbekommen), man kann die Fahrzeuge nachrüsten und last, but not least sind auch heutige Neufahrzeuge mit viel Hubraum immer noch größere Dreckschleudern als 9 Jahre alte mit wenig Hubraum - warum man da also nicht bessere Kriterien gefunden hat und Fahrzeuge über 2,5 Liter nicht komplett von der Förderung ausschließt (deren Käufer werden das eh nicht nötig haben) ist mir ein Rätsel.

Aber das dürfte wohl an der Autolobby liegen....
 

Scratchy

Well-Known Member
#11
Na zumindest hast Du ja schon mal die Intention der Abwrackprämie begriffen :035:

Aber auch das ist ja wieder ziemlich kurz gegriffen: Es gibt duchaus auch Fahrzeuge in diesem Alter die schon "sauber" sind, Peugeot stattete schon 2000 einige Fahrzeuge serienmäßig mir Dieselpartikelfilter aus (was manche deutsche Autobauer bis heute kaum flottendeckend hinbekommen), man kann die Fahrzeuge nachrüsten und last, but not least sind auch heutige Neufahrzeuge mit viel Hubraum immer noch größere Dreckschleudern als 9 Jahre alte mit wenig Hubraum - warum man da also nicht bessere Kriterien gefunden hat und Fahrzeuge über 2,5 Liter nicht komplett von der Förderung ausschließt (deren Käufer werden das eh nicht nötig haben) ist mir ein Rätsel.

Aber das dürfte wohl an der Autolobby liegen....
...und das war jetzt aber von dir mal kurz gegrifen (und ist somit glaube ich das erste Mal, dass ich dir in einem Punkt widersprechen muss). :brr::009:

Dieselpartikelfilter moderner Bauart haben einen sehr hohen Wirkungsgrad und eine ebenso lange Lebensdauer. Die o.g. ersten DPF der Franzosenliga waren dagegen von der Wirkung nicht annähernd vergleichbar und - was viel schlimmer ist - im Prinzip nichts anderes als kurzlebige "Abfallzwischenspeicher". Binnen kürzestzer Zeit waren diese zugesetzt und wurden entweder wirkungslos weiter betrieben oder als Sondermüll mit hohem techn. / energetischen Aufwand entsorgt (was das Problem nur von der Straße auf die Entsorgung umwälzt - also auch nicht besser ist).

Gerade Motoren größerer Bauart sind (besser: waren) Vorreiter aktueller Umwelttechnologien. Warum? Sowohl Markteinführungskosten als auch die zu Anfangszeit einhergehende Leistungsverluste konnten bei diesen Klassen deutlich einfacher kompensiert werden. Das bedeutet übrigens nicht, dass ich Verfechter großer Motoren bin, sondern einfach manche Vorurteile nicht stütze. :0141:

Auch sind solche Motoren keineswegs "schmutziger" als 9 Jahre alte kleinere Aggregate - hier findest du reihenweise Gegenbeispiele. Gleiches gilt auch für die oft zitierten Hybrid-Autos. Das ist sicher ein richtiger Weg, bisherige Modelle schluckten aber oft mehr als ihre konventionell angetriebenen "Geschwister", ich kann mich da nur zu gut an ein AHA-Erlebnis mit einem Lexus erinnern...

Problematisch sehe ich aber die permanente Leistungssteigerung bei jeder neuen Markteinführung an. Denn sicher hast du in einem Punkt Recht, bei gleicher Bauweise nimmt natürlich der Schadstoffausstoß mit steigendem Hubraum zu.

Und nein: weder gehöre ich der Automobilbranche an noch deren Lobby, jetzt sind wir aber zu weit OT... :009:

Zum eigentlichen Thema kann ich dir nur zustimmen.
Anstatt die Autos abzuwracken würde man sicher mehr erzielen, einen Mobilitätsgrad zu gewährleisten, die dem ein oder anderen H4-Empfänger ermöglicht, Arbeit zu finden / zu vertretbaren Konditionen anzunehmen.

Was geschieht denn mit diesen "Wracks"?
Wenn sie auch nur noch halbwegs vor sich hintuckern werden sie ausgeschlachtet und die Motoren kommen als billige Ersatzmotoren vom Schrottplatz zurück auf die Straße.
Alternativ gibt's noch die Spezies, die (natürlich unter Einhaltung aller legalen Möglichkeiten :lach:) nach Afrika vertickert werden. Dort verpesten sie zwar nicht die deutschen Straßen, global gesehen aber ist das natürlich kein Deut besser...

Insofern meine volle Zustimmung, diese Autos zu erschwinglichen Konditionen bedürftigen Personen zukommen zu lassen.
 

admin

Administrator
Mitarbeiter
#12
Die Kritik nehme ich gerne an, muss sie aber teilweise zurückweisen, allerding auch weil ich dann oben nicht detailliert genug war :taets:

Mit der schlechten Wirksamkeit der 1. Generation Russpartikelfilter gebe ich Dir uneingeschränkt recht - trotzdem sind diese Fahrzeuge bei entsprechender Wartung immer noch sauberer als ein beispielsweise 7 Jahre alter ohne Filter. Zusätzlich sollte man nicht vergessen, dass man heute die allermeisten (auch älteren) Dieselfahrzeuge nachrüsten kann und viel das auch der Steuervorteile wegen gemacht haben.

Was die Wagen mit viel Hubraum angeht: Da hätte ich vielleicht deutlich machen sollen, dass es da nicht um Feinstaub sondern in dem Fall um CO² geht - und da kann man entwickeln soviel man will: Mehr Verbrauch fossiler Brennstoffe heißt mehr CO² Ausstoß.
Ich selber fahre auch einen Wagen mit viel Hubraum - bin aber auch bereit die dadurch anfallenden Mehrkosten auch von Steuerseite zu tragen. Nur um klarzumachen, dass ich kein besonderer Gegner solcher Autos bin - nur als umweltfreundlich sollte man sie nicht verkaufen.

Ach so, das Argument des Ausschlachtens: Für Fahrzeuge, für denen eine Abwrackprämie zugestanden werden soll, muss ein Nachweis über vollständige Verschrottung (Presse) vorliegen, eine teilweise Verwertung ist nicht gestattet. Das wird stichprobenartig geprüft, denn auch unter Schrottplatzbesitzern gibt es natürlich schwarze Schafe die das umgehen wollen um mehr zu verdienen.
 

Scratchy

Well-Known Member
#13
Was die Wagen mit viel Hubraum angeht: Da hätte ich vielleicht deutlich machen sollen, dass es da nicht um Feinstaub sondern in dem Fall um CO² geht - und da kann man entwickeln soviel man will: Mehr Verbrauch fossiler Brennstoffe heißt mehr CO² Ausstoß.
Ich selber fahre auch einen Wagen mit viel Hubraum - bin aber auch bereit die dadurch anfallenden Mehrkosten auch von Steuerseite zu tragen. Nur um klarzumachen, dass ich kein besonderer Gegner solcher Autos bin - nur als umweltfreundlich sollte man sie nicht verkaufen.
Ich sehe gar nicht, wo wir hier aneinander vorbei gesprochen haben sollen, oder war ich nun zu undeutlich? :taets:
Klar steht der CO² Ausstoß in direkter Relation mit dem Verbrauch - und je größer der Hubraum, desto größer (theoretisch) der Ausstoß. Aber gerade da wurden immense Fortschritte erzeilt - dies kann noch nicht final sein, aber Verbräuche um 7L bei 3-Liter-Motoren sind heute durchaus drin. Wenn ich dann einen 9 jahren alten Wagen dagegen stelle, verbraucht der deutlich mehr...

Ich habe auch nicht geschrieben: je größer desto umweltfreundlicher, sondern klar gestellt, dass die heutige Technologie überweiegend über die größeren Modelle eingeführt wurde. .sf::009:

Ach so, das Argument des Ausschlachtens: Für Fahrzeuge, für denen eine Abwrackprämie zugestanden werden soll, muss ein Nachweis über vollständige Verschrottung (Presse) vorliegen, eine teilweise Verwertung ist nicht gestattet. Das wird stichprobenartig geprüft, denn auch unter Schrottplatzbesitzern gibt es natürlich schwarze Schafe die das umgehen wollen um mehr zu verdienen.
...soweit dann die Theorie. Leider ist es völlig legal möglich, die Autos auszuschlachten, so zumindest unisono der Tenor etlicher Reportagen / Berichte zu diesem Thema - wurde auch mehrfach belegt. Verschrottet (gepresst) wird nämlich meistens nur die Karosserie... :0141:
 

Melchahim

Well-Known Member
#14
Ich hab täglich mit AlG II Empfänger zu tun und die haben wirklich nicht viel. Vielen ist es schon ein Ding der Unmöglichkeit 20,- Euro Ratenzahlung einzuhalten für ihre Geldstrafen.
Ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass sich irgend ein AlG II Empfänger eine monatliche Belastung von 100,- Euro bis 150,- Euro leisten kann. Und sei es nur für Fidels dienstwagen den Dacia. Wer mit 312 Euro im Monat alles bezahlen muss schafft das nicht. Deswegen ist die Diskussion überflüssig. Hab Sie alllerdings auch nicht ganz verfolgt in den Medien. Meine Überlegung war nur, ob sich das evtl auch auf einen Ehegatten bezieht. Beisp. Mann AlG II und Frau arbeitet, bekommt er dann eine Minderung wenn sich die Frau ein Auto leistet und die Abwrackprämie bekommt??
So was könnte ich mri durchaus vorstellen.
 

buccaneer

Buchmacher und Frauenversteher
#15
das war mein erster Gedanke: Was regen die sich überhaupt auf. Immer und überall und bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit heisst es "der Regelsatz reicht gerade mal für Brot und Käse und Nudeln mit Tomatensosse". Wovon wollen Hartz IV-Empänger dann die Rate für einen Neuwagen (mind. 150€) bezahlen?
Ist das wieder nur so ein "Ich bin erst mal gegen alles" Aufregen?
 
J

jroeben

Guest
#16
Meine Überlegung war nur, ob sich das evtl auch auf einen Ehegatten bezieht. Beisp. Mann AlG II und Frau arbeitet, bekommt er dann eine Minderung wenn sich die Frau ein Auto leistet und die Abwrackprämie bekommt??
So was könnte ich mri durchaus vorstellen.
ALG II wird, soweit ich weiß, auf Basis des Einkommens der Bedarfsgemeinschaft berechnet, d.h. wenn die Frau verdient, bezieht der Mann eventuell kein oder weniger ALG II. Ein Auto wäre Vermögen und würde somit auch das ALG II mindern zw. drauf angerechnet werden.
 
#17
Ich würde aber doch nochmal zu bedenken geben, daß Jemand im Juli einen Job annimmt, der mit Pendeln verbunden ist, aber JETZT die Abwrackprämie benötigt, um das entsprechende Auto zu kaufen...
Zudem geht es in der Diskussion AUCH um die Gleichbehandlung der Bürger und die ist momentan nun mal leider nicht gegeben. Warum sollte wieder das Bundesverfassungsgericht tätig werden müssen...:065:
 

admin

Administrator
Mitarbeiter
#18
Um das von meiner Seite aus nochmal klarzustellen: Ich bin durchaus der Meinung, das auch Hartz IV-Empfängern theoretisch im Rahmen der Gleichbehandlung diese Prämie zusteht - bin dann aber auch für eine gründliche Prüfung der Umstände, einfach aus dem Bewusstsein heraus das es normalerweise gar nicht möglich sein dürfte.

Was für mich auch vorstellbar ist: Die Prämie bekommt ja nur jemand, der das zu verschrottende Auto mindestens 1 Jahr auf seinen Namen zugelassen hat. Ich könnte mir gut vorstellen, dass es da welche gibt, die zwar so ein altes Auto haben, es sich aber eigentlich gar nicht leisten können. Nun kommt ein "Freund" oder "Bekannter" der selber kein in Frage kommendes Auto hat, bietet dem Hartz IV-Empfänger an: Lass Du Dein Auto verschrotten, ich geb Dir das Geld für ein Neues, das verkaufst Du anschließend direkt an mich und die Ersparnis teilen wir - oder irgendsowas in der Art.

Sowas gehört natürlich unterbunden und wäre auch Betrug oder zumindest ein nicht vorgesehenes Schlupfloch (ich wüsste nicht, das es eine Frist gibt den neu erworbenen Wagen eine gewisse Frist zu halten) - aber es gibt ja immer genug Leute die sich für besonders clever halten wenn sie irgendwo ein paar Euro abzocken können - und wenn es um staatliche Leistungen geht hat ja eh kaum noch jemand Hemmungen sowas zu tun... :009:

Und sich dann abends am Stammtisch über die hohe Abgabenlast echauffieren.... :bang:
 
#19
Sowas gehört natürlich unterbunden und wäre auch Betrug oder zumindest ein nicht vorgesehenes Schlupfloch .... - aber es gibt ja immer genug Leute die sich für besonders clever halten wenn sie irgendwo ein paar Euro abzocken können - und wenn es um staatliche Leistungen geht hat ja eh kaum noch jemand Hemmungen sowas zu tun... :009:
Ich habe Deine Intension verstanden und stimme im Wesentlichen überein.
Was mich etwas stört ist, daß hier und noch vielmehr in den Medien immer über den Betrug der "kleinen Leute" berichtet, diskutiert und gestritten wird. Und diese Tendenz nimmt zu.
Die Milliardenverbrenner und -abzocker sind mit Abstand weniger im Focus als der betrügende HartzIV-Empfänger, der dann noch pauschal als Quarzer, Säufer und potentieller Kindervernachlässiger abgestempelt wird.
Was sich der JU-Heini da geleistet hat ist zum :wuerg: ...
Herr zum Winkel zahlt ne Million und erledigt ist das Thema...
Mit Abwrackprämie und "Florida-Rolf" kan man aber auch zu schön von den eigentlichen Problemen ablenken,,,:0141:
 

admin

Administrator
Mitarbeiter
#20
Da stimme ich überein - diese Pauschalverurteilungen der ärmsten Schw... als arbeitsscheue Alkoholiker finde ich auch zum :wuerg: - auch wenn es sicher genug Exemplare darunter gibt (von denen ich einige persönlich kenne, die nicht im Traum daran denken regulär zu arbeiten und den Sozalstaat, von dem sie profitieren mit ihren Abgaben zu unterstützen). Ich kenn aber auch reichlich andere, die wirklich arbeiten wollen oder auch arbeiten und einfach aus den verschiedensten Gründen auf keinen grünen Zweig kommen - das kann ich in der Nachbarschaft unmittelbar beobachten, denen man wirklich weder vorwerfen kann das sie arbeitsscheu sind, noch sind sie Alkoholiker, liegen bis Mittags im Bett oder scheuen sich vor Drecksarbeit oder wollen weniger als 8 Stunden am Tag arbeiten. Es ist menschenunwürdig, das 2 Erwachsene mit 1 Kind einfach auf Grund mangelnder Verdienstmöglichkeiten in den Jobs, die sie auszuüben in der Lage sind, nicht ohne Unterstützung durch den Staat ihr Auskommen haben - da stimmt grundsätzlich am System was nicht....:0025:

Allerdings warne ich auch immer davor, die Verfehlungen der "Kleinen" mit denen der "Großen" zu rechtfertigen - man kann Unrecht nicht mit Unrecht begründen, dann stellt man sich auf die gleiche Stufe mit denen.

Ob ein Arbeitsloser für 2000€ schwarz arbeitet oder ein Herr Zumwinkel eine Million Steuern hinterzieht kommt in der Relation zum Jahreseinkommen vermutlich auf das Gleiche heraus und ist somit auch moralisch gleich zu beurteilen - falsch ist Beides.
 
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