Bilde ich mir das ein? (wir und "die Amerikaner")

#1
Ich habe das Gefühl, dass sich in den letzten....na sagen wir mal 20 Jahren, die Einstellung der US-Amerikaner uns gegenüber geändert hat.

Ich bin öfter mal in den Staaten und auch woanders, wo es wiederum viele amerikanische Touristen gibt. Mir kommt es so vor, als würden wir immer skeptischer betrachtet werden, manchmal komme ich mir auch ein wenig verar...t vor. Ich verstehe die Amis sehr gut übrigens (Sprache).
Bei den jüngeren Leuten erkenne ich ein gewisses Desinteresse, aber auch sowas wie "nichts mit uns zu tun haben wollen".

Jetzt könnte man sagen "Wie man in den Wald hinein ruft..." ist aber nicht, ich bin offen und ein freundlicher Mensch.

Was sagt Ihr dazu?
 

BettyBlue

Well-Known Member
#2
Ich habe eigentlich nichts von einer Deutschland-Abneigung bemerkt, eher im Gegenteil. Gerade momentan wird Deutschland besonders im Bereich Fortschritt, Sozialsystem und Ecologie ziemlich hervorgehoben. Die juengere Generation teilt sich ein bisschen, die einen sind einfach desinteressiert, die anderen (liegt am Bildungsgrad) ist sehr an Europa generell interessiert.

Im Grossen und Ganzen glaube ich auch dass sich "der Ami" sowieso nur zweitrangig fuer Deutschland interessiert, das Interesse ist eher fuer Europa im Ganzen da, und fuer besondere Staaten nur wenn sich irgendwas in den News heraushebt, wie z.B. Pleite Griechenland usw.
 

suzemir

Active Member
#3
Kann ich nicht bestätigen. Im Gegenteil, man hält mich eigentlich immer für einen Ami. Wenn die dann fragen aus welchem Bundesstaat ich komme und Germany sage...oh nice..Germany...welcome in America. Als nächstes kommt dann meistens die Frage aus welcher Stadt und ob wir Urlaub machen und usw...und was die nicht alles wissen wollen. Stimmt es, dass man in Deutschland auf den Autobahnen so schnell fahren darf wie man will :mrgreen:
Also die Neugierde ist groß. Besonders wundern sie sich, wenn man uns an weniger bekannten und abgelegenen Orten antrift. Dann wollen sie auch noch wissen, woher wir den Ort kennen. Jo und am Ende wird einem dann noch erzählt wie man um wieviel Ecken mit einem Deutschen verwandt ist, bzw jemanden kennt, der jemanden kennt.... :mrgreen: Ich finde immer noch, dass die ein nettes Volk sind.
Thema Jugend. Vor anderthalb Wochen, unser Flug von Las Vegas zurück, da sitzen hinter uns zwei Minderjährige (so um die 12 Jahre alt). Der eine ist ein original Hamburger, der andere sein Cousin, der auch in Hamburg bei seiner Mutter lebt. Sie waren paar Wochen in LAS, wo sein Vater ein Amerikaner lebt und im Mirage arbeitet, in dem sie auch die ganze Zeit gewohnt haben. Der Jung spricht fließend englisch und deutsch. Da fragt er seinen Cousin "Wie weit ist es von Frankfurt noch bis Deutschland?" Ui wir doof geguckt. Der meinte das ernst.
 

Florian B.

Well-Known Member
#4
Ich kann das, was suzemir schreibt im großen ganzen auch nur bestätigen, ich empfinde es ähnlich. Abneigung ist mir sehr selten entgegengebracht worden.

Sehr nett sind immer die Unterhaltungen, die oft nach dem Muster ablaufen: "Where are you from?" "Germany" "Aahh Germany... Black Forest and Heidelberg. I´ve been there with the Army for two years" ... im großen ganzen besteht Deutschland für viele Amerikaner aus Franfurt, Bavaria, Heidelberg und Black Forest :0141: und in der Regel sind positive Erinnerungen damit verbunden. Die Frage nach den Geschwindigkeiten auf der Autobahn habe ich auch schon zig Mal gestellt bekommen.

Manche, nicht wenige, haben irgendwelche Verwandschaft hier oder in Europa, was dann auch meistens positiv belegt ist. Wenn man dann noch erzählt dass an regelmäßig in den Staaten Urlaub macht sind sie immer ganz interessiert wo man schon war und was man schon gemacht hat.

Bei denen, die noch nicht hier waren ist "Germany" gleich "Europe" und Europe ist gleich "Paris". Die kennen allenfalls noch Berlin aus den Nachrichten und das war es dann, aber es ist keinesfalls negativ belegt.

Das mit Paris finde ich ohnehin interessant. Wenn man mal mit Amerikanern spricht, die schon hier Urlaub gemacht haben oder das planen, dann ist Paris ein fester Bestandteil der Reise, genau so wie München oder der Schwarzwald (Titisee).

Auf direkte, offene Abneigung bin ich noch nicht gestoßen.
 

monikac21

Well-Known Member
#5
Ich glaube es liegt einfach nicht in der Natur des Amerikaners Abneigungen gegen ein bestimmtes Volk zu haben, hier ist eher die Devise - "Ich bin ok, Du bist ok". Amerikaner und Deutschfeindlich - glaube ich einfach nicht.
 

Seminole

Well-Known Member
#6
Bei denen, die noch nicht hier waren ist "Germany" gleich "Europe" und Europe ist gleich "Paris". Die kennen allenfalls noch Berlin aus den Nachrichten und das war es dann, aber es ist keinesfalls negativ belegt.

Das mit Paris finde ich ohnehin interessant. Wenn man mal mit Amerikanern spricht, die schon hier Urlaub gemacht haben oder das planen, dann ist Paris ein fester Bestandteil der Reise, genau so wie München oder der Schwarzwald (Titisee).

Auf direkte, offene Abneigung bin ich noch nicht gestoßen.
dem kann ich nur beistimmen und ich merke das ja an meiner verwandschaft ind en usa selbst - es ist bei meinen amerikanischen cousinen in der schule ja auch nicht anders, die lernen da nicht viel über europa... das muss alles ich mit meinen "care" apketen und besuchen nachholen....
 

BiMi

Moderator
Moderator
#7
Ich kann diesen Eindruck auch nicht bestätigen.

Wir waren die letzten Jahre ja eher im Westen (Oregon und State Washington) unterwegs und wenn wir dort gefragt worden sind, woher wir kommen, hatten wir ein paar Mal sogar das Erlebnis, dass sie Hamburg sofort mit den Beatles in Verbindung gebracht haben. Das hat mich dann doch etwas überrascht, denn der Norden D ist ja nicht so bekannt in den USA.
 

suzemir

Active Member
#8
Wir sagen immer, dass wir aus Hamburg kommen, obwohl wir noch eine Stunde entfernt wohnen, denn unseren Ort kennt da kein Mensch. Bisher kannte man Hamburg aber immer. Einmal wurden wir sogar mit "Hummel Hummel" begrüßt, von einem älteren Herrn im Botanischen Garten Naples.
 

UrsusMajor

Well-Known Member
#9
Wir werden auch immer wieder von Amis angesprochen oder sprechen auch mal selbst welche an. Irgendwelche Ressentiments gegen Deustche sind uns noch nie aufgefallen. Mangelnden Kenntnisse der Geographie und der politischen Verhälnisse jedoch immer wieder - sogar der eigenen:
Vor zwei Wochen bin ich mit einer Kollegin über die Trailridge Road im Rocky Mountain NP gefahren. Als wir mal auf einer Paßhöhe ein paar Meter auf der Suche nach Murmeltieren rumgelaufen sind sprach uns ein Ami an und fragte wo wir herkämen. Er war noch nie Germany, fand es aber toll, daß wir den weiten Weg gemacht hätten und fragte was wir sonst noch so gesehen hätten. Als ich sagte, daß wir am Vortag auf dem Mt Evans gewesen wären, empfahl er uns in recht gönnerischem Ton den Pikes Peak, da wir da sogar über 14.000 Fuß hoch und auf dem höchsten Berg der USA wären. Ich erwähnte dann, daß der Mt Evans 160 Fuß höher sei als der Pikes Peak und der höchste Berg der USA übrigens der Mt McKinley in Alaska sei.
Er stammelte dann etwas von 'Da leb' ich seit 20 Jahren hier und habe immer gedacht, daß der Pikes Peak der höchste Berg sei.' und mußte selber lachen.

Daß Amis fremde Völker nicht verachten, möchte ich nicht unkommentiert stehen lassen. Man denke nur an die Hetze, die gegen unsere französischen Nachbarn in den USA lief, als man sich nicht an der Schwachsinnsaktion gegen Irak beteiligen wollte. Da wurden sogar die French Fries plötzlich in Freedom Fries umbenannt. :0103:
Und wer heute die Ultrakonservativen rund um die 'Geistesgröße' Sarah Palin in Washington gesehen hat, muß befürchten, daß die USA mit den bald anstehenden Kongresswahlen noch weiter nach rechts rücken als unter The Shrub:0092:
 

Seminole

Well-Known Member
#10
Und wer heute die Ultrakonservativen rund um die 'Geistesgröße' Sarah Palin in Washington gesehen hat, muß befürchten, daß die USA mit den bald anstehenden Kongresswahlen noch weiter nach rechts rücken als unter The Shrub:0092:
DAS ist ein anderes thema - leider vor allem in florida und allgemein im süden sind diese konservativen sehr beliebt.
glenn beck ist ja ein sehr "guter" propagandist.
 

monikac21

Well-Known Member
#12
Ja oder "I have a German Shepherd at home" :002: Oder "meine Grosseltern kamen aus Deutschland, deren Name ist,..... Kennst du die?" :003: Nein ehrlich, ich finde die Amerikaner sind wirklich sehr aufgeschlossen und viele haben wirklich Europaeische Vorfahren und erzaehlen gerne wie die Familie in die USA gekommen ist.

Uebrigens besonders hier in Florida ist man sehr Auslaender Freundlich - keine Ahnung, was Sarah Palin oder "rechts ruck" damit zu tun hat.? Hier und in vielen anderen Teilen der USA hat man nur etwas gegen ILLEGALE Einwanderer, LEGALE Einwanderer sind ueberall herzlich willkommen. Urlauber/touristen uebrigens auch.
 
J

Jochen

Guest
#13
Hier und in vielen anderen Teilen der USA hat man nur etwas gegen ILLEGALE Einwanderer, LEGALE Einwanderer sind ueberall herzlich willkommen. Urlauber/touristen uebrigens auch.
Aber leider nur "offiziell" - inoffiziell nutzt nahezu jeder gerne deren (billige) Dienste umm ein paar Bucks zu sparen oder unangenehme Arbeiten nicht selber durchführen zu müssen.
Experten (auch amerikansiche) sind sich lange einig, dass ohne diese Illegalen die amerikanische Wirtschaft noch viel größere Probleme hätte als sowieso schon. Die machen ja meist die Arbeit, die die Amerikaner - zumindest für den gleichen Lohn - nicht machen wollen.

Ist ja nicht viel anders als bei uns mit den Gastarbeitern....
 
#14
Ich kann auch von vielen positiven Begegnungen berichten.
Machen wir doch mal den Umkehrschluß - wie ergeht es einem Ami in Deutschland ? Fragt jemand woher er kommt, was er hier macht, wie es ihm hier gefällt etc. ? Wohl kaum.
In den USA haben wir schon oft nette und kurzweilige Gespräche geführt.
Begegnungen die das Leben durchaus bereichern und ein Lächeln ins Gesicht zaubern !

VG Manuela
 
S

snowgard

Guest
#15
Machen wir doch mal den Umkehrschluß - wie ergeht es einem Ami in Deutschland ? Fragt jemand woher er kommt, was er hier macht, wie es ihm hier gefällt etc. ? Wohl kaum.
Du kannst ja jetzt wohl nur für Dich sprechen.

Wieso gibt es Deiner Meinung nach in Deutschland kaum jemand der einen Ami etwas fragen würde?

Ich mag dieses "von sich auf andere schliessen" und verallgemeinern überhaupt nicht. :moritz:
 

Florian B.

Well-Known Member
#16
Ich muss gestehen dass ich nicht so oft Amerikaner (oder sagen wir eher: ausländische Touristen) treffe.

In meiner Stammkneipe (die auch Hotelbetrieb hat) steigen gelegentlich (eher selten) mal welche ab, die sind dann aber oft ganz dankbar, wenn sich jemand auf englisch mit ihnen unterhält, und ich finde es immer nett, mit denen zu plaudern. Und die meisten sind ganz verblüfft und dann total stolz wenn man erzählt dass man schon öfters in den USA war und dass es einem dort gefällt.
 
#17
Du kannst ja jetzt wohl nur für Dich sprechen.

Wieso gibt es Deiner Meinung nach in Deutschland kaum jemand der einen Ami etwas fragen würde?

Ich mag dieses "von sich auf andere schliessen" und verallgemeinern überhaupt nicht. :moritz:
???? Nein, da kann ich nicht nur für mich sprechen und verallgemeinere hier gar nichts. Da spreche ich von den Erfahrungen die die ausländischen Touristen und Geschäftsreisenden in Deutschland machen.
Mein Mann hat oft genug Geschäftspartner aus der ganzen Welt zu Besuch und das ist das, was sie uns erzählen und nicht das, was ich mir gerade mal aus Spaß ausgedacht habe.

Gruß Manuela
 
S

snowgard

Guest
#20
???? Nein, da kann ich nicht nur für mich sprechen und verallgemeinere hier gar nichts. Da spreche ich von den Erfahrungen die die ausländischen Touristen und Geschäftsreisenden in Deutschland machen.
Mein Mann hat oft genug Geschäftspartner aus der ganzen Welt zu Besuch und das ist das, was sie uns erzählen und nicht das, was ich mir gerade mal aus Spaß ausgedacht habe.

Gruß Manuela
Schon wieder verallgemeinert. Woher weißt Du, welche Erfahrungen die ausländischen Touristen in Deutschland machen?
Hast Du eine Umfrage gemacht?

Die Geschäftpartner Deines Mannes sind aber nicht sehr freundlich und bestimmt keine Amerikaner. Ein amerikanischer Geschäftspartner würde einem Gastgeber niemals so vor den Kopf schlagen.

Oder sind die doch genau so ungehobelt wie die Deutschen und meckern nur überall rum?


Bei mir hat sich noch NIE ein ausländischer Tourist oder Geschäftspartner beschwert.. noch nie!
 
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