Fernsehen und Schule....

Mausefalle

Well-Known Member
#81
Hi Demi,

ich freue mich, dass Du schon jetzt einen Erfolg bei Malik sehen kannst. Siehste hab ich doch gesagt ................. Brille für´s Gehirn. Ich hoffe das ihr weiterhin so guten Erfolg habt, aber denk dran das es sich auch schnell mal verändern kann mit der Dosierung des Medikamentes, denn durch Wachstumsphasen und andere Sachen kann es sein, dass das Medikament anders verstoffwechselt wird.

Aber ich freue mich besonder für Malik, dass er nun auch wieder Positive Erfahrungen in der Schule macht. Hast Du mal das Buch von Felix Diez gelesen ..... ich finde er hat das sehr gut beschrieben wie man sich als ADS´ler fühlt.

Einen dicken Knutscher an Euch beide.

Moni


Kleiner Zusatz an Jochen und hobi11:

Ihr habt Recht, dass es Sinn und zweck einer Förderschule sein soll, die Kinder im laufe der Zeit wieder in eine "Regel-Schule" zu integrieren. Jedoch kenne ich Fälle aus eigener ERfahrung wo dies NICHT geschieht. Nach dem Motto: Erstmal weg mit nem auffälligem Kind.

Die mittlerste Tochter meines Mannes wurde im Alter von 4 Jahren auf ADHS diagnostiert, jedoch wurde diese Diagnose von der Mutter nicht aktzeptiert nach dem Motto: Der Arzt ist doof ............ ich weiß es besser. Als Rebecca dann eingeschult werden sollte, entschied das Schulamt, dass das Mädchen in eine Schule für prakrisch Bildbare Kinder kommt ........... leider war mein Mann damals nicht in der Lage sich gegen seine Exfrau durchzusetzen und somit nahm das Elend seinen Lauf.

Nach 4 Jahren berichtete dann seine Exfrau, dass das Mädchen sehr schön die Blumen der Schule einpflanzen könne ............ ich bin bald geplatzt! Nachdem wir dann das Jugendamt und auch das Schulamt mit Anrufen bombadiert haben, wurde sie nochmals getestet und dann in eine Schule für Lernhilfe umgeschult. Aber Ihr ADHS wurde immer noch nicht behandelt ....... ich habe mir Fransen an die Schnute geredet. Nach einer Mutter-Kind-Kur fing seine Exfrau dann mit einmal an, dass man Rebecca doch nochmal auf ADHS testen wolle. Und siehe da Sie hatte ADHS. Jedoch klappte aufgrund der Pubertät das Zusammenleben mit der Mutter nicht mehr und das Mädchen wurde in eine Pflegefamilie gebracht, dort wurde sie sehr gut gefördert und am Mittwoch feiern wir Ihren Hauptschulabschluss welchen sie mit 1,4 gemacht hat.

Gruß

Moni
 
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hobi11

Well-Known Member
#82
Mittwoch feiern wir Ihren Hauptschulabschluss welchen sie mit 1,4 gemacht hat.

Hallo,

na dann erst mal herzlichen Glückwunsch zu dieser Entwicklung.

aber da haben wir auch schon das Problem, einer muß sich halt kümmern, sonst geht es nicht.

Meiner Meinung nach liegt es ausschließlich an den Eltern im Dialog mit Erziehern und Lehrern den
weiteren Weg des Kindes zu skizzieren. Und wenn der Weg erstmal heißt, Förderschule. Es bringt ja nichts,
wenn das Kind im Klassenverband untergeht. ("und Kinder sind ja furchtbar ehrlich gegenüber Ihren Klassenkameraden")

Und wie gesagt, es ist überhaupt kein Problem ein Kind von der Förderschule auf die Regelschule wieder einzugliedern,
nach erfolgter Therapie natürlich. Man (die Familie) muß es nur wollen.

Gruß
hobi
 

Florida-Fighter

Derzeit im Forums-Urlaub
#84
Wie viele Kindergärten hast Du denn schon als Beteiligte erlebt, dass Du ein derart vernichtendes Urteil gleich über alle fällen kannst? Soviel zum Thema "Schubladendenken" :001: - das gibt es sicher nicht nur auf einer Seite.....

In 2 Kindergärten... Also mindestens 1 mehr als viele andere... Außerdem höre ich mir auch Erfahrungen von anderen Eltern aus anderen Kindergärten an!!!

Jochen, hör Du endlich auf, von Deinem Kuhdorf auf Deutschland zu schließen... Deutsche Kindergärten sind nur ein Mittlelmaß Früh-Pädagogik - Kindergärten schneiden schlecht ab - N24 Politik


Es gibt wie immer Gute und Schlechte bei jeder Einrichtung. Pauschalurteile sind da ganz sicher fehl am Platz.

Von Pauschalurteilen war von meiner Seite gar nicht die Rede!!! Ich schrieb: Es ist vermehrt zu beobachten...

Meine Frau hatte letzte Woche ein Elterngespräch mit der Mutter eines Kindes, das Fördermaßnahmen benötigt. Normal sind 20-30 Minuten für solche Gespräche - das dauert 100 Minuten und am Ende hat die Mutter es verstanden und eingewilligt. Das war offenbar ein ähnlich gelagerte wie Du, die glaubte meiner Frau auch nichts, obwohl sie ihr ein Dutzend Beispiele gab. Ich kann jede Erzieherin verstehen, die nach 20 Minuten abbricht und sich sagt "Dann eben nicht - ist ja Dein Kind" - denn die Erzieherin macht das nicht einmal für 1 Kind, die macht das für 20 Kinder in der Gruppe 40x im Jahr mit den Elterngesprächen. Das hat schon was von Syssiphus-Arbeit wenn da Eltern dabei sind die alles besser wissen. Nebenbei gesagt werden von den 100 Minuten mal gerade mal 15 Minuten für das Elterngespräch angerechnet, der Rest ist das "Privatvergnügen" meiner Frau - und die ist nicht die einzige Erzieherin die ich kenne die solch ein Engagement aufbringt.
Natürlich gibt es - auch im KiGa meiner Frau - auch Kollegen ohne jedes Engagement, die Dienst nach Vorschrift machen. Aber die wenigsten fangen schon so an, solch einen Beruf mit der Bezahlung und dem Aufwand macht man nur wenn man daran interessiert ist - viele werden erst durch die Reaktionen der Eltern so gemacht. Oft gilt da auch: Wie man in den Wald hineinruft....

Stell Dich mal gedanklich auf die andere Seite wenn Du vom Leder ziehst - und überlege Dir mal ehrlich wie Du dann reagieren würdest...... :001:

Meinst Du jetzt damit, dass Erzieherinnen quasi ein LMAA-Gefühl entwickeln, weil viele Eltern ignorant sind??? Dann haben sie sich definitiv den falschen Beruf ausgesucht...!!!... Wenn sie anfangen, ein Desinteresse zu entwickeln, sollten sie sich entweder umschulen lassen, oder nach einem anderen, geeigneteren Beruf umsehen...
Und was sagst Du den Eltern der Kinder die normal gefördert werden könnten, nun aber auf die "langsamen" warten müssen? Pech gehabt? Da müssen ganz andere Modelle her - integrierte Schulen funktionieren nur mit mehreren Lehrkräften in den Klassen, individueller Betreuung und Spezialausbildungen der Lehrer. Finde ich ich erstrebenswert - bist Du bereit dafür 10% mehr Steuern zu zahlen um das zu finanzieren? Ich bin dabei.

Ich bin sogar mit 15 % mehr dabei, wenn etwas sinnvolles unterm Strich herauskommt!!! Und ich bin mir sicher, dass da viele Eltern mitziehen würden, wenn genau die Voraussetzungen geboten werden, die Du aufgezählt hast!!!




Hör doch mal mit diesem Verallgemeinern auf. Bei meiner Tochter wurde ihr schon seit der 2. Klasse regelmäßig in allen Klassen die Möglichkeit der Teilnahme an Kursen für Hochbegabte angeboten, das hat selbst der blindeste Lehrer erkannt.
Da, wieder dasselbe Problem... Haseldorf=Deutschland!!! Du solltest ebenfalls aufhören, immer von Deiner Familie und Deinen Erlebnissen auf Deutschland zu schließen... Es ist nunmal so, dass auf unseren Förderschulen/Sonderschulen genug hochbegabte Kinder rumlümmeln, weil man ihre Hochbegabung einfach nicht erkannt hat!!! Das ist fakt... Und da kannst Du mir auch keine Verallgemeinerung unterstellen, wenn mindestens 2 % der Kinder (in einem Fernsehbericht war sogar die Rede von mindestens 10 %) aus einer Förderschule eigentlich hochbegabt sind. Und auch im Hamburger Raum scheint das ja kein fremdes Problem zu sein... Nachwuchsförderung - Herausforderung "Hochbegabte Kinder" - Stade - Region - Hamburger Abendblatt

Besonders hervorheben möchte ich diesen Satz hier:
"Es gibt viele hochbegabte Kinder, die im Schulsystem nicht zurechtkommen und nicht auf dem Gymnasium, sondern auf den Stadtteilschulen oder sogar in Förderschulen landen.
Diese ständigen Verallgemeinerungen sind wirklich lästig, Jochen...

Mich nervt es, dass ich Gehörtes oder Gesehenes immer wieder ergooglen muss, nur weil Du von Deiner Haseldorfer Grundschule verwöhnt wirst. Du kannst nicht ständig davon ausgehen, dass es in anderen Städten und Gemeinden genauso zugeht, wie auf Eurer Dorfgemeinde...
 

Florida-Fighter

Derzeit im Forums-Urlaub
#85
Das stimmt so nicht. Die Angebote an Förderung mit Ziel der kompletten Integration sind viel zahlreicher und qualitativ besser als früher. Das dies in speziellen Schulen oder Einrichtungen passiert ist für alle Beteiligten wesentlich fairer - und es ist immer Ziel eine Rückkehr in die "normale" Schule zu ermöglichen. Schon Dutzendfach mitbekommen.
Übrigens zum Thema Integration... Schulische Integration – Wikipedia... Und ich bin so bescheiden, und verlange lediglich Intergration mit den "Spätzündern", die halt eben etwas langsamer lernen und den "ADS/ADHSlern" die anders gehandhabt werden müssen. Was ist schon dabei, wenn man in einer Klasse von 25 Schülern 5 Lernschwache hat??? Ich weiss nicht, aber wieviele Schüler hast Du denn in den Haseldorfer ersten Klassen? Oder habt ihr da nur eine erste Klasse??? :009:
 
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Jochen

Guest
#86
Mich nervt es, dass ich Gehörtes oder Gesehenes immer wieder ergooglen muss, nur weil Du von Deiner Haseldorfer Grundschule verwöhnt wirst. Du kannst nicht ständig davon ausgehen, dass es in anderen Städten und Gemeinden genauso zugeht, wie auf Eurer Dorfgemeinde...
Wenn Du meine Text mal genau liest, dann wirst Du feststellen, dass ich im Gegensatz zu Dir nicht immer allgemeine Behauptungen aufstelle sondern nur versuche an Hand von konkreten Beispielen aus meiner eigenen Erfahrung zu belegen, dass es eben nicht überall so ist wie Du es hinstellst. Ich habe in fast jedem Beitrag erwähnt, dass es sowohl gute als auch schlechte Ausgaben so ziemlich aller Varianten gibt, aber ich wehre mich einfach gegen Allgemeinplätze und dieses ständige "über einen Kamm scheren". Mir ist durchaus bewusst, dass wir hier durchaus eine teilweise ideale Situation haben, aber dafür tun wir auch was. Und zwarr nicht meckern, mosern motzen und klugscheißen sondern aktiven Dialog führe, in dem beide seiten gehört werden, denn nur so kommt man vorwärts.

Du brauchst meinetwegen gar nicht zu googeln, denn was irgendwer irgendwo geschrieben hat ist für mich nur bedingt interessant - ich werde im Netz zu jeder Meinung einen unterstützenden Text finden, da muss ich dann schon wesentlich weiter und ausschweifender suchen und beide Seiten berücksichtigen.
Was das Erkennen der Hochbegabung von Kindern angeht: Es gibt derart viele verschiedene Arten der Hochbegabung, die kann ein Erzieher oder Grundschullehrer ohne Zusatzausbildung unmöglich alle erkennen, da kommen ja selbst spezialisierte Psychologen oft ins Straucheln wenn sie das erkennen sollen. Wir haben hier in der unmittelbaren Nachbarschaft alleine 2 Kinder bei denen das auch nicht rechtzeitig entdeckt wurde, die waren auch fast schon auf der Sonderschule, ich weiß also durchaus wovon ich spreche.

Es ist immer so schön einfach diese Aufgaben auf KiGa oder Schule abzuschieben - wenn die das nicht erkennen sind das alles Trottel und unfähig. Dabei gibt es nur einen Personenkreis der dafür wirklich zuständig ist: Die Eltern. Die sind zuständig dafür sich zu kümmern, das Verhalten des Kindes ggfs. zu hinterfragen und evtl. dann Fachleute zu konsultieren. Und was ist die Realität? 75% der Eltern kapitulieren bei Problemen und erwarten dass das Kind im KiGa oder in der Schule "erzogen/ zum Funktionieren" gebracht wird und die eigenen Defizite, die man selber nie zugestehen oder auch nur erkennen würde ausgebügelt werden.

Und bei den Eltern die sich kümmern gibt es dann noch ein Großteil von der Sorte, die aus "dem Mutterinstinkt" heraus eh alles besser wissen als die Fachleute. Wenn eine Hochbegabung erkannt wird, dann kann man ja damit angeben, das hört man gerne. Wenn eine assoziative oder kognitive Störung, eine Entwicklungsverzögerung oder AD(H)S diagnostiziert wird, dann wird abgebügelt und man plustert sich mächtig auf - das hört sich ja negativ, irgendwie nach Behinderung an....

Natürlich gibt es gute und schlechte Erzieher, Ärzte, Lehrer - das steht doch außer Frage. Aber genauso gibt es gute und schlechte Eltern - und damit meine ich nicht die materielle Versorgung oder die emotionale Zuwendung, sondern die Fähigkeit auch beim eigenen Kind Objektivität walten zu lassen und Defizite sachlich anzugehen. Bei einem Großteil der Eltern beschränkt sich Fürsorge darauf, den Kinden möglichst viele Steine in jeder Hinsicht aus dem weg zu räumen - ob das zielführend ist sei mal dahingestellt.

Es kotzt mich einfach auf gut Deutsch gesagt an, dass so häufig ganze Berufsgruppen der sozialen Berufe in Bausch und Bogen verunglimpft werden die ihren Beruf eigentlich überwiegend mal aus Liebe zu den Menschen gewählt haben (denn zumindest Grundschullehrer oder Erzieher wird man ganz sicher nicht wegen der Karriere oder den tollen Einkünften).

Aus Deiner ausführlichen Schilderung oben hatte ich eigentlich gedacht, dass Du auch mal über Dich selber ins Grübeln gekommen wärst - aus meiner Sicht las sich das so, dass ich an Deiner Stelle erstmal den Telefonhörer in die Hand genommen hätte und mich bei einer Reihe von Leuten für mein Benehmen und meine Ignoranz entschuldigt hätte.... Aber da habe ich mich wohl getäuscht - weiterhin hast Du die Weisheit bezüglich Deiner Kinder gepachtet und selbst wenn Du Dich mal irgendwo nachweislich geirrt hast sind ja immer noch genügend Ziele übrig auf die Du weiterhin einprügeln kannst. ich würde empfehlen: Ausbildung machen und es selber besser machen - kann ja nur die Gesamtsituation in Deinem Umfeld verbessern. Aber eins sollte <dir bewusst sein: Die eigenen Kinder sieht man als Mitglied der betroffenen Berufsgruppen trotzdem nicht objektiver. Ist ja bekannt, das Lehrer- und Erzieherkinder die Schlimmsten sind - aus eigener Erfahrung kann ich noch ein paar Pastorenkinder dazupacken.....

Ich will mich hier aber auch nicht länger streiten und ärgere mich schon ein wenig, dass ich überhaupt so weit in diese Diskussion eingestiegen bin - denn eigentlich fand ich gerade diesen Thread hier besonders bemerkenswert für unser Forum, weil da aus einem Nebensatz bei einem ganz anderen Thema ein hochinteressanter Thread mit wirklich beeindruckenden Schilderungen und Informationen betroffener User geworden ist. Für mich ein kleines Highlight in diesem Forum, was eigentlich ganz anderen Themen dient. Schade, dass das jetzt ein wenig abrutscht - und ich selber auch noch dazu beigetragen habe. Deshalb halte ich mich jetzt hier raus - ich denke, meine Haltung ist auch so schon klar geworden. Ich hasse nur bashing jedweder Art....
 

Ninne

Well-Known Member
#87
Ich finde, in gewisser Weise kann man aber auch von Pädagogen erwarten, dass sie eine ev. Hochbegabung erkennen. Es reicht ja oftmals auch schon ein Schubs für die Eltern in die richtige Richtung. Pädagogen sehen eben eine Breite Auswahl an Kindern in ihrem Berufsleben während Eltern ja meist nur die eigenen Kinder sehen und quasi betriebsblind sind. Ich denke auch, dass es für "normal" bzw. auch minderbegabte Wltern sehr schwer sein kann überhaupt auf die Idee zu kommen, dass sie ein hochbegabtes Kind haben.
 
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Jochen

Guest
#88
Ich finde, in gewisser Weise kann man aber auch von Pädagogen erwarten, dass sie eine ev. Hochbegabung erkennen. Es reicht ja oftmals auch schon ein Schubs für die Eltern in die richtige Richtung. Pädagogen sehen eben eine Breite Auswahl an Kindern in ihrem Berufsleben während Eltern ja meist nur die eigenen Kinder sehen und quasi betriebsblind sind. Ich denke auch, dass es für "normal" bzw. auch minderbegabte Wltern sehr schwer sein kann überhaupt auf die Idee zu kommen, dass sie ein hochbegabtes Kind haben.
Ich denke, man kann nur erwarten, dass Pädagogen eine Hochbegabung in dem von ihnen unterrichteten/ studierten Fächern erkennen kann, denn das wird a.) meines Wissens (war zumindest früher so) in der Ausbildung von Grundschullehrern gar nicht behandelt und hat b.) nichts mit Pädagogik sondern ehr mit Psychiatrie zu tun.
Man kann ja auch nicht von einem Tennislehrer erwarten eine besondere Begabung eines Kindes im Bereich Kunstturnen zu bemerken..... - als Eltern bis Du so ziemlich der einzige Teil mit Überblick über alle Bereiche. Du hast natürlich Recht, dass nicht alle Eltern in der Lage sein können sowas zu erkennen. Aber alle haben die Möglichkeit sich diesbezüglich Hilfe zu holen, außerdem sollte ja jedes Kind auch regelmäßig von Ärzten betreut sein - da würde ich eher Hilfe erwarten als das einfach auf die Lehrer abzuschieben. Die haben in erster Linie einmal die Aufgabe den Kindern Wissen zu vermitteln. Nicht sie zu erziehen, nicht ihnen soziale Kompetenz beizubringen - das sind alles Aufgaben der Eltern. Nur weil viele diese Aufgabe nicht wahrnehmen und die Lehrer versuchen das in gewissem Maße mit zu übernehmen um ihre Arbeit machen zu können heißt das noch lange nicht das sie dafür verantwortlich sind.
 
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floridamummel

Guest
#89
Ich wollte mich eigentlich auch gar nicht zu sehr in das Thema reinhängen. Eigentlich find ich das sehr privat, das Thema, aber ich dachte: ok, komm, berichte halt wie es bei uns war/ist, damit kann man evtl ein wenig zu Aufklärung beitragen und Vorurteile aus dem Weg räumen.

Trotzdem muss ich auch erwähnen: mein Sohn ist trotzdem ein tolles Kind, sehr sozial mit einem hohem Gerechtigkeissinn. Kein Kind das lästert, das sich kloppt oder andere fertig macht. Er hat viele Interessen, spielt gern Fussball im Verein und Gitarre. Hat ein paar gute Freunde, ist wißbegierig und neugierig. Bis jetzt würde ich sagen, fahren wir mit unserer Erziehung richtig. Es gibt keine Klagen und wir haben ne Menge Spaß zusammen. Im Großen und Ganzen sind wir eine recht zufriedene Familie mit 2 etwas anders gearteten Kindern ;) Aber darum nicht minder glücklich. (klingt voll kitschig, ist aber so :)) ) Wir haben halt nur ein paar mehr Arzttermin. :giggle:
 

claudia

Power-Mom und Moderatorin
Moderator
#90
Da, wieder dasselbe Problem... Haseldorf=Deutschland!!! Du solltest ebenfalls aufhören, immer von Deiner Familie und Deinen Erlebnissen auf Deutschland zu schließen... Es ist nunmal so, dass auf unseren Förderschulen/Sonderschulen genug hochbegabte Kinder rumlümmeln, weil man ihre Hochbegabung einfach nicht erkannt hat!!! Das ist fakt... Und da kannst Du mir auch keine Verallgemeinerung unterstellen, wenn mindestens 2 % der Kinder (in einem Fernsehbericht war sogar die Rede von mindestens 10 %) aus einer Förderschule eigentlich hochbegabt sind. Und auch im Hamburger Raum scheint das ja kein fremdes Problem zu sein... Nachwuchsförderung - Herausforderung "Hochbegabte Kinder" - Stade - Region - Hamburger Abendblatt

Besonders hervorheben möchte ich diesen Satz hier:


Diese ständigen Verallgemeinerungen sind wirklich lästig, Jochen...

Mich nervt es, dass ich Gehörtes oder Gesehenes immer wieder ergooglen muss, nur weil Du von Deiner Haseldorfer Grundschule verwöhnt wirst. Du kannst nicht ständig davon ausgehen, dass es in anderen Städten und Gemeinden genauso zugeht, wie auf Eurer Dorfgemeinde...
Ehrlich gesagt finde ich den ersten Teil des Postes ziemlich unverschämt und auch daneben ....

Nun ich wohne nicht in Haseldorf-Deutschland, nicht einmal in SH :0141: und kann mir durch Erfahrungen innerhalb der Familie und einem der besten Freunde meines älteren Sohnes schon ein Urteil zu diesem Thema erlauben und das deckt sich nicht in allen Belangen mit Deinen Erfahrungen und teilw. schon Unterstellungen. Es gab und gibt immer Lehrer/Erzieher die sich mit der Krankheit und allem was dazu gehört auseinander gesetzt haben, ebenso leider solche die es nicht einen feuchten F..... interessiert-wie in allen anderen Bereichen beim Thema Kindergarten/Schule eben auch. Ich stehe unserem Schulsystem und vielen Dingen die innerhalb Schule so abgehen sehr kritisch gegenüber und einiges ist ganz sicher verbesserungswürdig, aber schlecht ist bei weitem nun auch nicht alles. Wenn Du Jochen eine einseitige Sichtweise vorwirfst, solltest Du nicht vergessen auch mal vor Deiner eigenen Tür zu kehren :0141:
 

Mausefalle

Well-Known Member
#91
Da kommt Demi´s Forentitel wieder mal ganz und gar zum Vorschein ............... mit Inbrunst zu diskutieren:035: Ich kann Demi auf einer Seite verstehen ...... nach dem Marathon an Terminen und auch den damit verbundenen Gefühlsachterbahnen sind Ihr wohl mal wieder alle Pferde durchgegangen ............ sie ist halt auch nen "kleiner" ADS´ler :)

Gruß Moni
 

BiMi

Moderator
Moderator
#92
Ich mag die Demi schon, aber ich bin auch Claudias Meinung, dass war schon sehr unsachlich. Das kann man auch nicht immer mit dem Temperament entschuldigen. Das ist genauso wie bei TiPi Tom. Da kann man auch nicht alles immer damit entschuldigen, dass er ja nun mal so ist und man kennt ihn ja. :0141:
 

Florida-Fighter

Derzeit im Forums-Urlaub
#97
Wenn Du meine Text mal genau liest, dann wirst Du feststellen, dass ich im Gegensatz zu Dir nicht immer allgemeine Behauptungen aufstelle sondern nur versuche an Hand von konkreten Beispielen aus meiner eigenen Erfahrung zu belegen, dass es eben nicht überall so ist wie Du es hinstellst. Ich habe in fast jedem Beitrag erwähnt, dass es sowohl gute als auch schlechte Ausgaben so ziemlich aller Varianten gibt, aber ich wehre mich einfach gegen Allgemeinplätze und dieses ständige "über einen Kamm scheren". Mir ist durchaus bewusst, dass wir hier durchaus eine teilweise ideale Situation haben, aber dafür tun wir auch was. Und zwarr nicht meckern, mosern motzen und klugscheißen sondern aktiven Dialog führe, in dem beide seiten gehört werden, denn nur so kommt man vorwärts.

Du brauchst meinetwegen gar nicht zu googeln, denn was irgendwer irgendwo geschrieben hat ist für mich nur bedingt interessant - ich werde im Netz zu jeder Meinung einen unterstützenden Text finden, da muss ich dann schon wesentlich weiter und ausschweifender suchen und beide Seiten berücksichtigen.
Was das Erkennen der Hochbegabung von Kindern angeht: Es gibt derart viele verschiedene Arten der Hochbegabung, die kann ein Erzieher oder Grundschullehrer ohne Zusatzausbildung unmöglich alle erkennen, da kommen ja selbst spezialisierte Psychologen oft ins Straucheln wenn sie das erkennen sollen. Wir haben hier in der unmittelbaren Nachbarschaft alleine 2 Kinder bei denen das auch nicht rechtzeitig entdeckt wurde, die waren auch fast schon auf der Sonderschule, ich weiß also durchaus wovon ich spreche.

Na also, wenn Du doch weißt, wovon Du sprichst, warum stellst Du mir dann Verallgemeinerung unter, wenn ich

a) bei meinem vorherigen Beitrag lediglich davon sprach, dass man vermehrt beobachten kann,
dass die Kindergärten sich überhaupt nicht mehr um die Kinder kümmern, wie sie sollen... Was soviel bedeuten soll, dass es immer mehr wird... Von einer Verallgemeinerung habe ich hier nirgends gesprochen... Das hast Du mir angedichtet...
b)
habe ich eine Behauptung aufgestellt, die in den Medien so vertreten werden... [Es ist nunmal auch Fakt, dass hochbegabte Kinder auf die Förderschulen "abgeschoben" werden, da Lehrer nicht in der Lage sind, diese überhaupt zu erkennen!!] Dass das in Haseldorf nicht so ist, da kann ich ja nix dafür ... :009:

Es ist immer so schön einfach diese Aufgaben auf KiGa oder Schule abzuschieben - wenn die das nicht erkennen sind das alles Trottel und unfähig. Dabei gibt es nur einen Personenkreis der dafür wirklich zuständig ist: Die Eltern. Die sind zuständig dafür sich zu kümmern, das Verhalten des Kindes ggfs. zu hinterfragen und evtl. dann Fachleute zu konsultieren. Und was ist die Realität? 75% der Eltern kapitulieren bei Problemen und erwarten dass das Kind im KiGa oder in der Schule "erzogen/ zum Funktionieren" gebracht wird und die eigenen Defizite, die man selber nie zugestehen oder auch nur erkennen würde ausgebügelt werden.

Wir haben hier 2 erste Klassen zu je 22 Kindern... Da meine Kids auf beide Klassen aufgeteilt sind, kenne ich so ziemlich alle Eltern beider Klassen... Auch die Problem"familien"... Allein in Malik´s Klasse gibt es mindestens 4 Problemkinder (ohne ihn) und bei Azra sind es auch ca. 3 oder 4... Also habe ich hier 7 Familien und 5 davon kenne ich sehr gut... Ich kann bei diesen 5 Familien felsenfest davon ausgehen, dass die Erziehung in Ordnung ist, da diese "Problemkinder" komischerweise alle jüngere Geschwisterkinder sind und die älteren Geschwister keinerlei Probleme in der Schule haben und einige sogar auf weiterführende Schulen sind. Ein Desinteresse aller Eltern der beiden Klassen kann ich auch hier nicht feststellen. Malik´s Klasse hat sogar einen festen Stamm an Lese - und PC Mama´s, die sich dafür engagieren, allen Kindern der Klasse beim Lesen und bei den PC-Übungen behilflich zu sein. Abgesehen davon, dass von 12 PC´s manchmal nur 2 funktionieren, ist es voll toll. Wir, auch ich beteilige mich da am Geschehen :mrgreen:, lernen alle Kinder persönlich kennen und können uns inzwischen ein Bild davon machen, wie gut/schlecht ein Kind lesen kann und welche Probleme es hat...

Und bei den Eltern die sich kümmern gibt es dann noch ein Großteil von der Sorte, die aus "dem Mutterinstinkt" heraus eh alles besser wissen als die Fachleute. Wenn eine Hochbegabung erkannt wird, dann kann man ja damit angeben, das hört man gerne. Wenn eine assoziative oder kognitive Störung, eine Entwicklungsverzögerung oder AD(H)S diagnostiziert wird, dann wird abgebügelt und man plustert sich mächtig auf - das hört sich ja negativ, irgendwie nach Behinderung an....

Natürlich gibt es gute und schlechte Erzieher, Ärzte, Lehrer - das steht doch außer Frage. Aber genauso gibt es gute und schlechte Eltern - und damit meine ich nicht die materielle Versorgung oder die emotionale Zuwendung, sondern die Fähigkeit auch beim eigenen Kind Objektivität walten zu lassen und Defizite sachlich anzugehen. Bei einem Großteil der Eltern beschränkt sich Fürsorge darauf, den Kinden möglichst viele Steine in jeder Hinsicht aus dem weg zu räumen - ob das zielführend ist sei mal dahingestellt.

Toll... Wie kannst Du von Eltern verlangen, ihr eigenes Fleisch und Blut "objektiv" zu betrachten??? Genau das ist doch das Problem, dass Eltern haben... Sie können ihr Kind nicht objektiv betrachten. Man merkt doch als Elternteil nicht mal etwas sooooo objektives wie den Wachstum des eigenen Kindes... Da Eltern ihre Kinder immer sehen, merken sie nicht mal, wie "groß" das eigene Kind schon geworden ist... Höchstens an den Hosen, die inzwischen wieder zu kurz sind!!!... Klar gibt es Anlaufstellen, aber wenn ich doch als Elternteil das Problem nicht erkenne, warum sollte ich diese Anlaufstelle denn aufsuchen? Ich brauche doch jemanden, der mich auf das Problem hinweist... Mich in diese Richtung lenkt... Und bei Sturheit eben auf mich mit Informationen einprügelt... Ein einfaches "Bringen Sie mal Ihr Kind zum Psychologen" reicht da Gewiss nicht aus... Wenn ich von Erziehern (der Name bringt es ja schon mit sich) nicht erwarten kann, die "Erzieherrolle" im Kindergarten gewissenhaft zu übernehmen, frage ich mich, für was es diesen Berufszweig überhaupt gibt? Das ersetzt natürlich in keinster Weise die Erziehung der Eltern, aber ich darf von einem Kindergarten verlangen, ebenfalls soziales Verhalten und vorschulische Frühförderung zu vermitteln... Dafür gibt es letztlich Kindergärten... Wenn ich mein Kind nur "unterbringen" will, kann ich auch Tagesmama aufsuchen... Auch der Beruf des Lehrers sollte eigentlich meinen Erwartungen des Lehrens gerecht werden können... Klar sind es keine gelernten Pädagogen, aber den Eltern nahe zu legen, das Kind in eine Förderschule zu stecken, ohne richtig begründen zu können warum, finde ich auch sehr vereinfacht... Hauptsache der "Störenfried" ist weg... Und vom letzten Satz können so manch Eltern Lieder davon singen.

Es kotzt mich einfach auf gut Deutsch gesagt an, dass so häufig ganze Berufsgruppen der sozialen Berufe in Bausch und Bogen verunglimpft werden die ihren Beruf eigentlich überwiegend mal aus Liebe zu den Menschen gewählt haben (denn zumindest Grundschullehrer oder Erzieher wird man ganz sicher nicht wegen der Karriere oder den tollen Einkünften).

Ich habe nirgendswo ganze Berufsgruppen durch den Kakao gezogen... ich habe nirgends geschrieben, dass ALLE Lehrer nix taugen und ALLE Erzieher/innen gleich sind... Ich habe lediglich aufgeführt, dass Lehrer nicht in der Lage sind, hochbegabte Kinder zu erkennen und Kindergärten sich nicht mehr so um die Kinder kümmern, wie sie es eigentlich sollten (auch hier sprach ich nicht von ALLEN Kindergärten, sondern dass es vermehrt zu beobachten ist :009: )... Damit habe ich noch nicht mal den Berufszweig genannt, denn es gibt, wie Du ja auch weißt, in jeder Gruppe eine Erzieherin und eine Pflegerin!!!... Alles andere Jochen, hast Du mir angedichtet... :-(

Aus Deiner ausführlichen Schilderung oben hatte ich eigentlich gedacht, dass Du auch mal über Dich selber ins Grübeln gekommen wärst - aus meiner Sicht las sich das so, dass ich an Deiner Stelle erstmal den Telefonhörer in die Hand genommen hätte und mich bei einer Reihe von Leuten für mein Benehmen und meine Ignoranz entschuldigt hätte.... Aber da habe ich mich wohl getäuscht - weiterhin hast Du die Weisheit bezüglich Deiner Kinder gepachtet und selbst wenn Du Dich mal irgendwo nachweislich geirrt hast sind ja immer noch genügend Ziele übrig auf die Du weiterhin einprügeln kannst. ich würde empfehlen: Ausbildung machen und es selber besser machen - kann ja nur die Gesamtsituation in Deinem Umfeld verbessern. Aber eins sollte <dir bewusst sein: Die eigenen Kinder sieht man als Mitglied der betroffenen Berufsgruppen trotzdem nicht objektiver. Ist ja bekannt, das Lehrer- und Erzieherkinder die Schlimmsten sind - aus eigener Erfahrung kann ich noch ein paar Pastorenkinder dazupacken.....

Für mein Benehmen??? Wie habe ich mich denn Deiner Meinung nach benommen??? Bis auf diese linke Tour mit dem weiteren Test in der Förderschule, als ich dann tatsächlich ausgerastet bin (zu Recht, finde ich!) habe ich mich immer gut "benommen"... Ich weiss ja nicht, was Du von mir hälst, aber ich kann durchaus nett und sehr geduldig sein... :009: Die Psychologin habe ich nur "verbal" in den Boden gestampft... Damit meinte ich eigentlich, dass ich zu jedem Argument ein Gegenargument parat hatte... Das ganze ADS/ADHS Gespräch mit ihr hat eh nur 3-4 Minuten gedauert... Intensiv darauf eingegangen sind wir ja nicht. Ich habe sie nicht fertig gemacht, oder dergleichen... Es waren einige Fragen, auf die ich sofort Antworten parat hatte... Ich prügele auch auf gar niemanden ein... Denn selbst das würde einfach nichts ändern... Die einzige Person, auf die ich sauer bin, bin ICH... Weil ICH nicht erkannt habe, was mein Kind für ein Problem hat!!!... ICH hätte meinem Kind so manches Leid ersparen können, hätte ich mich über diese Krankheit informiert... Ich ärgere mich über mich, weil ich eine ganze Weile in die falsche Richtung gelaufen bin... Ich habe mich über Legastänie und LRS informiert statt über ADHS... Dass die anderen ihren Job nicht richtig gemacht haben, stört mich nur in sofern, dass man mir nicht die Augen geöffnet hat... ICH habe meinen Job als Mutter nicht richtig gemacht und DAS ärgert mich... Und im Zuge darüber ärgere ich mich eben, dass mich diese Fachleute nicht darauf aufmerksam gemacht haben... Selbst als Malik aus der Hausaufgabenbetreuung ausgeschlossen wurde, hat man mich nicht auf dieses Thema angesprochen... ICH habe mich hingesetzt und habe mir sämtliche Informationen selber rausgesucht, hab mich mit Bekannten darüber unterhalten und den Kinderarzt damit bombardiert... Wäre ich eine Mutter, der alles egal ist, hätte ich den Rat der Lehrer und der Erzieherinnen angenommen und hätte Malik in die Förderschule gesteckt... Ob man dann allerdings bei ihm ADHS festgestellt hätte, wage ich zu bezweifeln.

Alles andere sind Feststellungen, die ich mir auf Grund eigener Erfahrungen, Erfahrungen anderer und den Medien (TV, Internet und Bücher) gebildet habe...


Also beginne ich jetzt einfach mal eine Ausbildung als Erzieherin, Ärztin, Pädagogin, Psychologin und Lehrerin (und zwar für jeden Schultyp)... Das kann es doch nicht sein, Jochen... Wenn jemand seinen Beruf macht, hat er ihn gewissenhaft zu machen... Natürlich gibt es "schwarze Schafe" in jedem Beruf... Aber wenn die schwarzen Schafe immer mehr werden, dann bringt es auch nichts, die Augen davor zu verschließen.. Schließlich wird ja ständig in den Nachrichten davon geredet, dass die Lehrer überfordert sind und immer mehr Lehrer an Burn-Out leiden und frühpensioniert werden. Und leider werden diese eben immer mehr... Das heißt ja nicht, dass ALLE so sind...

Eines kannst Du mir glauben, ich bin immer noch am Grübeln... Und ja, ich kann meine Fehler tatsächlich zugeben... ob Du es glaubst, oder nicht... Und wenn ich als Mutter nicht das Recht habe, von "FACHLEUTEN" fachliche Kompetenz zu erwarten, ihren JOB, den sie selber ausgesucht haben, vernünftig zu machen, dann läuft da ja was schief im Lande!!!


Ich will mich hier aber auch nicht länger streiten und ärgere mich schon ein wenig, dass ich überhaupt so weit in diese Diskussion eingestiegen bin - denn eigentlich fand ich gerade diesen Thread hier besonders bemerkenswert für unser Forum, weil da aus einem Nebensatz bei einem ganz anderen Thema ein hochinteressanter Thread mit wirklich beeindruckenden Schilderungen und Informationen betroffener User geworden ist. Für mich ein kleines Highlight in diesem Forum, was eigentlich ganz anderen Themen dient. Schade, dass das jetzt ein wenig abrutscht - und ich selber auch noch dazu beigetragen habe. Deshalb halte ich mich jetzt hier raus - ich denke, meine Haltung ist auch so schon klar geworden. Ich hasse nur bashing jedweder Art....
Ist es denn zu viel verlangt, von Lehrer zu erwarten, Kinder mit ADS/ADHS, LRS, Legasthenie usw. ebenfalls in ihrem Unterricht zu berücksichtigen?? Es ist doch die Aufgabe des Schulamtes, sich spezifisch um solche Probleme zu kümmern und einen entsprechenden Lehrplan aufzustellen... Oder wer auch immer dafür zuständig ist... Und für mich ist es eben keine Alternative, das Kind in eine Förderschule zu stecken, nur weil die Lehrer sonst nicht mir ihrem Stoff nachkommen... Um nix anderes ging es mir von Anfang an...

Du sprichst von Ereignissen und Beispielen aus Deinem nahen Umfeld und ich von meinen... Mir wurde auch von vornherein nahe gelegt, Malik in eine Förderschule zu stecken und nicht gesagt, lassen sie ihr Kind mal von einem Kinderpsychologen auf ADS/ADHS testen!!! ... Mir wurde erst 1 Monat vor der Einschulung erklärt, dass Malik die Schere nicht richtig halten kann... (Vielleicht hätte ich ein Grundkurs starten sollen, WIE ein Kind mit 5 Jahren zu schneiden und die Schere zu halten hat!, denn ich war immer der Meinung das ist für ein Vorschulkind in Ordnung, was er da zu Hause schnippelt!!!) Und hätte ich mich nicht um mein Kind gekümmert, wäre ich nicht seit einem Jahr von einer Therapie zur nächsten gefahren... Das einzige mal, als das Thema ADS/ADHS von jemandem anderen gefallen ist, war, als Malik zur Psychologin ging, um seinen Unfall zu verarbeiten... Da hatte ich sicherlich andere Gedankengänge, als daran zu denken, dass mein Kind ADS/ADHS hat... Beim Kinderarzt hatte ich immer vorab erklärt, was Malik für "Defizite" hat, damit ich die entsprechenden Rezepte für LP und ET bekomme... Aber von den anderen hat mich kein einziger darauf aufmerksam gemacht, dass Malik evtl. ADS/ADHS haben könnte... Ich habe hier mehrere Berufszweige, die es nicht für nötig hielten, mich auf das Krankheitsbild meines Kindes aufmerksam zu machen... Und alle hätten es erkennen können/sollen/müssen... Und mit allen habe ich noch immer einen guten Draht...

- Logopädin
- Ergotherapeut
- Pschomotorische Gruppentherapeutin
- Lehrerin
- Erzieherin
- Pflegerin

Und über keinen habe ich geschimpft!!! Mache ich auch jetzt nicht... Denn er geht immer noch in dieselbe Klasse und ich arbeite immer noch mit der Lehrerin eng zusammen. Und die Lehrerin ist wirklich klasse, denn allein in unserer Klasse hat sie von 22 Kindern 4-5 "Problemkinder"... Er geht immer noch jede Woche zur Logopädin, Gruppentherapie und Schülerhilfe. Dennoch kann ich aus eigener Erfahrung und aus meinem engsten Umfeld sagen, dass Kinder nach Rastersystem selektiert werden... Wer nicht ins System passt, wird ausgelesen... Die Guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen... Und das kann ich nicht nur aus Erfahrung sagen, sondern das wird mir in den Medien immer wieder bestätigt, dass das so ist.
Aber vielleicht sollte ich auch eine Ausbildung als Reporterin starten und es besser machen... :009:

Du sprichst von Integration... Wie soll denn diese bitte aussehen??? Erst integrieren, wenn das Kind "fertigmodelliert" ist, oder wie??? Heißt Integration nicht MITEINANDER statt NEBENEINANDER??? Ich bin definitiv nicht mit soooo viel Intelligenz gesegnet wie Du, aber klug genug um zu erkennen, dass Kinder in unserem Schulsystem selektiert werden!!! Und da beginnt es bei den Lehrern... Und nicht bei den Eltern!!! Kein Elternteil möchte freiwillig, dass sein Kind auf eine Förderschule geht... Sicherlich gibt es da die besoffene und bekiffte Version von Eltern, denen es scheißegal ist, was mit ihren Kindern passiert, Hauptsache sie haben genug zu saufen und zu rauchen... Wenn es aber ein ausgeklügeltes Schulsystem geben würde, könnte man die Förderschulen abschaffen und daraus integrative Grundschulen machen... Das Fachpersonal für 2-3 Lehrer in einer Klasse hätte man ja bereits ... Dann hätten aber auch wenigstens die Kinder dieser Looser-Eltern eine evtl. Chance im Bildungssystem durchzukommen und würden nicht durch das Raster fallen... :001:

Und wenn dann auch noch sinnvolle Sendungen im Fernsehen laufen würden, dann wäre doch so einiges fast perfekt :009:

Ich weiß, in Haseldorf ticken die Uhren anders :mrgreen:

So... und etz kömma üba rechtschreibung abkotzn :muha:
 

hobi11

Well-Known Member
#99
Hallo,

also eines sollte man bei den ganzen Diskussionen nicht vergessen. Meiner Meinung nach spielt
hier das soziale Umfeld eine große Rolle. Es ist doch leider so, dass heute ein großer Unterscheid
besteht, ob ich eine Schule oder Kindergarten in Duisburg-Hochfeld, Berlin Marzahn oder Kleinkleckersdorf
besuche und genug solche sozialen Brennpunkte haben wir nunmal in fast jeder Stadt in Deutschland.

Die Förderschulen abzuschaffen wäre ein löbliches Ziel, nur in der Realität nicht machbar, auch wenn wir alle
noch weitere 20 % mehr Steuern bezahlen würden. Meiner Meinung ist doch heute schon die Integration
von Kindern mit Migrationshintergrund schwierig und in vielen Städten gescheitert.

Alle Kinder einer Förderschule in eine Regelschule zu integrieren ist denkbar unmöglich. Denn wo machen
wir dann wieder die Einteilung - ADHS und A-typische Autisten ja, andere nicht? mhhhh - und alle geht nun mal nicht!

Also wir waren oder sind selber betroffen und fanden den Gedanken an die Förderschule auch nicht toll (insbesondere da wir auch noch
eine Tochter haben die hochbegabt ist und mittlerweile studiert) , doch war die Entscheidung damals absolut richtig - zum Wohle
des Kindes. Heute geht er ganz normal in die Regelschule und ist ein sehr guter Schüler.

Bei vielen ist das eigentliche Problem, die Krankheit zu erkennen, und da sind die Eltern gefragt und auf fachmännischen Rat angewiesen
und da haben wir die eigentlichen Probleme, nämlich in der Diagnostik. Ich weiß wovon ich spreche.

Und zu guter Letzt: Das perfekte Schulsystem gibt es nicht und wird es auch nicht geben.
Das wäre sonst die Geschichte mit der eierlegenden Wollmilchsau, die hat aber der Osterhase ausgerottet.

Gruß
hobi
 
F

floridamummel

Guest
Ich weiß auch gar nicht warum alle so ein Problem mit Förderschulen haben. Meistens die, die gar kein Kind auf so einer Schule haben.
Integration von behinderten Kindern an Schulen ist natürlich super, aber es gibt einfach Grenzen. Auf beiden Seiten. Kinder mit leichter Behinderung, oder körperlichen Gebrechen sind sicherlich einfacher in einen Schulalltag der Regelschule zu integrieren als Kinder mit schweren Behinderungen die viel Therapie benötigen. Lernen dann die einen Mathe und Kai-Uwe geht zur Ergotherapie oder in den Snoozleraum?

Schön wäre es, wenn die Schulen so aufgebaut wären, das die Klassen in einem Gebäude wären. Klasse 1 a im gleichen Gebäude wie die Klasse mit den geistig behinderten, die aber eigenen Unterricht machen. In der Pause etc sind dann alle zusammen. Es gibt Therapieräume etc und man ist quasi zusammen.
Unterrichtsalltag ist gemeinsam ja gar nicht machbar.

Mein Sohn geht ab Sommer in die Schule für geistig behinderte Menschen. Ich finde das mittlerweile echt gut. Die Schule ist super toll, das Personal gut ausgebildet und die können ihn so fördern, wie das an einer normalen Grundschule doch gar nicht ginge. Was soll er denn bitte unter lauter normalen Schülern? Die lernen lesen und schreiben und er guckt aus dem Fenster? Malt kriggelkraggel aufs Papier?

Nee, das ist doch total blöd. Darum sag ich ja: alle die nach intergration schreien sollen selbst bitte ein Kind haben mit Förderbedarf und mal die Kirche im Dorf lassen. Intergration bis zu einem gewissen Grad, danach wird es schwer.

Um beim Beispiel von meinem Sohn in der normalen Schule zu bleiben. Was soll er dort lernen? Werden die anderen Kinder mit ihm überhaupt spielen in der Pause? Wird er einsam in der Ecke stehen? Ich gehe davon aus. Er kann nicht sprechen......kein Kind kann dort Gebärdensprache. Er muss noch gewickelt werden. Welcher Lehrer hat dafür Zeit? Wer erklärt ihm Dinge, die viel Zeit beanspruchen? Dafür ist auf einer normalen Schule kein Zeit und ich denke, mein Sohn wird auf seiner Schule wensentlich zufriedener sein und wir als Eltern auch. Weil wir wissen, er ist dort unter seinesgleichen, mit den gleichen Problemem und da lacht keiner, keiner hänselt ihn und man hat Zeit sich um ihn zu kümmern, bei 9 Kindern in der KLasse.

Bei meiner Freundin in der Klasse des Sohnes sind Kinder mit Förderbedarf. Eine integrative KLasse. Diese Klasse ist die Klasse die vom Lernstoff am weitesten zurückliegt. Es ist nicht immer einfach. Jetzt ist ein Junge auf der Schule der nicht hören kann. Er hat einen eigenen Lehrer dabei, der dolmetscht. Die Eltern des Jungen wollten unbedingt das er eine normale Schule besucht. Ende vom Lied: er ist allein in der Pause, keine Freunde, keiner versteht ihn. Er ist total aussen vor. Ich weiß nicht, ob das der Weisheit letzter Schluss ist.
 
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