Walmart

Gerda

Well-Known Member
#2
Walmart ist zwar nicht Publix, komme aber gerade von da und habe bei der Gelegenheit mal dort in´s Regal geschaut.
Danke für die Info. :) Aber bei Walmart würde ich nicht mal dann einkaufen, wenn man mich mit vorgehaltener Waffe zwingen wollte. Lieber tot als bei Walmart shoppen und deren Ausbeutermethoden noch unterstützen.

Ich werde aber sicher mal bei Publix in TI schauen, wenn ich mal wieder zum Strand radele. Und bis dahin weiter den Aldi-Kaffee trinken, der wirklich lecker ist.
 

Gerda

Well-Known Member
#5
also würdest Du in Deutschland auch nicht bei Kaufland oder Rewe einkaufen gehen?
In Deutschland habe ich wegen der grottoiden Arbeitsbedingungen beispielsweise Schlecker-Drogeriemärkte boykottiert (obwohl ich jahrelang einen Schlecker-Laden im Nebenhaus hatte), aber das ist dennoch in überhaupt keiner Form vergleichbar. Gegen Walmart ist Schlecker das reinste Arbeitsparadies. Und Kaufland und Rewe sind wohl eher mit Publix vergleichbar als mit Walmart.

Kaufland und Rewe zahlen ihren Mitarbeitern beispielsweise ausreichend viel Geld, dass die sich die Krankenversicherungsbeiträge leisten können und nicht neben ihrem Gehalt noch "Food Stamps" beantragen müssen. Soweit ich weiß schließen auch weder Kaufland noch Rewe Lebensversicherungen auf jene Mitarbeiter ab, die sich keine KV leisten können, um sich noch über den Tod hinaus an ihren Mitarbeitern zu bereichern. Und Kaufland und Rewe haben auch nicht zu gefühlt 98% Billigdreck aus China im Regal. Versuch mal, bei Walmart etwas zu finden, dass das Label "Made in the USA" trägt. Selbst bei abgepackten Lebensmitteln wird man da oft nicht fündig werden - Walmart führt massenhaft Konserven aus China. Unddie Bedingungen, unter denen in China für Walmart produziert werden, sind ein Fall für Amnesty International.

Walmart behandelt seine Mitarbeiter wie den letzten Dreck und sorgt zugleich dafür, dass unabhängige Läden den Bach runtergehen und Innenstädte aussterben. Walmart steht stellvertretend für vieles, das in den USA grundverkehrt läuft und das Land in die Wirtschafts- und Arbeitskrise getrieben hat. Und wer bei Walmart einkauft, der unterstützt solche Methoden und den Niedergang des Arbeitsmarktes und der Wirtschaft. Du kannst das gerne tun, wenn Du das möchtest. Ich dagegen mag die USA (und Deutschland) und möchte gern, dass es hier wieder aufwärts geht. Deswegen kaufe ich, wannimmer das geht, Produkte, die in den USA (oder Deutschland) hergestellt worden sind und die unter anständigen Arbeitsbedingungen verkauft werden. Das ist aber natürlich eine Entscheidung, die jeder für sich selber treffen muss.

Falls es interessiert, kannst Du Dir ja mal eineinhalb Stündchen Zeit nehmen und diese sehenswerte Walmart-Doku "genießen", die viele Problempunkte rund um die Ladenkette berührt:
[video=google;-3836296181471292925]http://video.google.com/videoplay?docid=-3836296181471292925[/video]
 
Zuletzt bearbeitet:

Goofy

Well-Known Member
#6
Mag sein, dass Walmart bei der Wahl zum sozialsten Unternehmen der USA nicht besonders weit vorne in der Rangliste zu finden ist (dies ist aber bei Lidl, Rewe, Metro oder auch Aldi auch der Fall).
Fakt ist, Walmart zahlt den vorgeschriebenen Mindestlohn und bietet eine Krankenversicherung.
Außerdem wird wohl jeder - der öfter bei Walmart mit offenen Augen einkaufen geht - zugeben müssen, dass viele der Mittarbeiter - außer bei Walmart - kaum einen Job finden würde.
Denn vorsichtig ausgedrückt fällt der durchschnittliche Walmart-Mittarbeiter nicht gerade durch seine überragende Intelligenz oder Leistungsbereitschaft auf.

Gruß Thomas
 

Gerda

Well-Known Member
#7
Mag sein, dass Walmart bei der Wahl zum sozialsten Unternehmen der USA nicht besonders weit vorne in der Rangliste zu finden ist (dies ist aber bei Lidl, Rewe, Metro oder auch Aldi auch der Fall).
Hübsch heruntergespielt. Walmart spielt in einer völlig anderen Liga als alle deutschen Unternehmen, die Du da nennst. Das geht damit los, dass die Löhne in ener anderen Klasse angesiedelt sind und hört bei Betriebsräten, mindestens 18 Tagen bezahltem Urlaub und unbegrenzten bezahlten Krankentagen pro Jahr noch lange nicht auf. Wer Walmart mit Unternehmen wie Aldi oder Metro gleichsetzt, der beweist im Grunde, dass er nicht weiß, wovon er spricht. Und ehe Du in die Richtung steuerst: Aldi in den USA zahlt deutlich besser als Walmart und bietet seinen Mitarbeitern standardmäßig Benefits wie bezahlten Urlaub und bezahlte *Sick Days* sowie 401(k)s.
Fakt ist, Walmart zahlt den vorgeschriebenen Mindestlohn und bietet eine Krankenversicherung.
Ja, Walmart zahlt seinem Fußvolk den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlohn. Das sind vor Deiner Haustür seit dieser Woche sagenhafte $7,67 pro Stunde (vorher waren's $7,31). Brutto versteht sich. Da gehen natürlich noch Einkommensteuer, Social Security und - sofern man es sich leisten kann - die Beiträge zur KV ab. Nur kann sich letztere kaum einer leisten, der bei WM arbeitet, und das ist auch gewollt, denn tote Mitarbeiter bringen mehr Geld, wenn man nämlich ihre Lebensversicherungen cashen kann. Außerdem ist Walmart richtig gut darin, seine Mitarbeiter nicht in Vollzeit, sondern lediglich in Teilzeit zu beschäftigen, um ihnen keine "Benefits" enbieten zu müssen. Was meinst Du wohl, wieviele der armen Schweine, die da malochen, tatsächlich noch Food Stamps beantragen müssen (die dann Leute wie ich bezahlen - also die Steuerzahler, die damit durch die Blume Walmarts Mitarbeiter finanzieren), um überhaupt 'was zu beißen auf den Tisch stellen zu können, sich für *Welfare* und *WIC*qualifizieren und notfalls auf *Medicaid* hoffen, weil sie partout keine KV bezahlen können?

Vielleicht solltest Du Dich einfach mal hier umschauen: Chicagoist’s Three-Part Series on Working at Walmart Walmart Watch
Oder hier: Key Studies on Wal-Mart and Big-Box Retail | The New Rules Project
Oder hier: Column: Taxpayers Should Stop Subsidizing Walmart
Oder hier: Working For Wal-Mart, Part Two: Chicagoist

Und hast Du Dir die in meinem vorigen Beitrag verlinkte Doku mal angeschaut? Ach warte, ich beantworte das schnell selber: natürlich nicht. Dachte ich mir schon. Denn da könnte ja etwas gezeigt werden, das für den Walmart-Stammkäufer irgendwie unangenehm sein könnte.
Außerdem wird wohl jeder - der öfter bei Walmart mit offenen Augen einkaufen geht - zugeben müssen, dass viele der Mittarbeiter - außer bei Walmart - kaum einen Job finden würde.
Denn vorsichtig ausgedrückt fällt der durchschnittliche Walmart-Mittarbeiter nicht gerade durch seine überragende Intelligenz oder Leistungsbereitschaft auf.
Aha, Deiner Meinung nach sind Walmart-Mitarbeiter also gemeinhin stinkfaule Dummköpfe und verdienen vermutlich schon deswegen keine menschenwürdigen Arbeitsbedingungen. Reizend. Ich werd' Dich dann mal wieder auf meine Ignore-Liste schieben, denn so einen verächtlichen Müll muss man wirklich nicht öfter lesen.
 

CCmyhomeplace

Well-Known Member
#9
OK - vielleicht hätte ich statt Kaufland lieber ATU nennen sollen, wo massiv gegen Betriebsrats-Gründungen vorgegangen wird. Aber Du hast natürlich recht - menschenunwürdig ist es noch nicht mal bei der ReWe-Gruppe. Vielleicht sind wir einfach nur zu verwöhnt hier.

Übrigens hätte mich die Doku tatsächlich interessiert. Leider funzt et nicht.
 

Arndt

Well-Known Member
#10

CCmyhomeplace

Well-Known Member
#11
Habe mir mal den Chicagoist-Blog zu Gemüte geführt. In der Tat, erschreckend. Aber wer garantiert mir, dass es bei Publix, Kohl´s, Sweetbay etc. besser ist? Wenn man die unterirdische Bezahlung bei WalMart als Argument anführt, dürfte man im Umkehrschluss nirgendwo in den USA mehr essen gehen. Denn ist es nicht so, dass die Servicekräfte in Restaurants aufgrund schlechter Bezahlung auf das Trinkgeld angewiesen sind, bzw. idR auf mindestens einen weiteren Job? Dann das Argument „…gefühlte 98 Prozent Made in China“. Wenn ich Lebensmittel einkaufe, sagen wir Aufschnitt von Oscar Mayer, Käse von Kraft, Chips von Tostitos, Tropicana-Saft, ein Sixpack Sam Adams, Pepsi Cola, usw usf, so finde ich diese Marken im WalMart ebenso wie bei den anderen Ketten. Haben die im WalMart eine andere Herkunft? Dann würde ich mir in der Tat nächstes Mal überlegen, ob ich die noch dort kaufe. Ansonsten fällt mir als einziger Unterschied auf, dass die Sachen im Publix fast immer ne Ecke teurer sind. Liegt das ausschließlich daran, dass WalMart seine Mitarbeiter abzockt? Oder hat es vielleicht auch damit zu tun, dass WalMart aufgrund größerer Abnahme-Mengen einfach bessere Konditionen im Einkauf genießt? Sorry, aber ich tu mich grundsätzlich immer ein bisschen schwer damit, wenn bestimmte Marken (ich beschränke das jetzt keineswegs auf WalMart) in der Öffentlichkeit auf Teufel komm raus schlecht gemacht werden sollen. Um so was nachvollziehen zu können, muss man mich erst überzeugen, dass es woanders besser, fairer ist.
 
Zustimmungen: GSH

Gerda

Well-Known Member
#12
Gerda, Du hast im vorigen Beitrag vergessen, den Link einzufügen....:009: :0141:
Oh, das hatte ich nicht bemerkt, dass der Link nicht funzte. Danke für den Hinweis, Elfie. Aber Arndt hat ja zwischenzeitlich einen Link ergänzt, der läuft. Danke, Arndt. :001:
Habe mir mal den Chicagoist-Blog zu Gemüte geführt. In der Tat, erschreckend. Aber wer garantiert mir, dass es bei Publix, Kohl´s, Sweetbay etc. besser ist?
Ein Indiz dafür wäre, dass man nirgendwo über schlimme Arbeitsbedingungen bei einem dieser Läden liest... Die Kassierer bei Publix bekommen ein anständiges Gehalt (eine Publix-Kassiererin ohne Leitungsfunktion sagte mir neulich mal, sie würde $20/Stunde verdienen, das finde ich schon ganz ordentlich; ich weiß aber nicht, ob das Standard ist oder ob sie dem Betrieb schon 100 Jahre angehört...), auch Kohl's zahlt deutlich über Minimum (auch da kenne ich jemanden, der dort arbeitet). Die Publix-Mitarbeiter sind auch sonst, soweit ich das sagen kann, sehr zufrieden mit ihrem Betrieb. Aldi USA hat einen sehr guten Ruf als Arbeitgeber und bietet standardmäßig das volle "Benefits"-Paket an, inklusive solcher Luxusdinge wie eine KV, die zahnärztliche Behandlungen abdeckt.
Wenn man die unterirdische Bezahlung bei WalMart als Argument anführt, dürfte man im Umkehrschluss nirgendwo in den USA mehr essen gehen. Denn ist es nicht so, dass die Servicekräfte in Restaurants aufgrund schlechter Bezahlung auf das Trinkgeld angewiesen sind, bzw. idR auf mindestens einen weiteren Job?
Das kann man doch überhaupt nicht vergleichen. In den USA bezahlen die Lokalgäste den Löwenanteils des Kellnerlohns über den "Tipp" - das ist von vornherein so angelegt, und die Speisekartenpreise enthalten folglich nicht den "Aufpreis" für die Arbeitsleistung der Servicekräfte. Dafür sind nun mal die Kunden verantwortlich, und das wissen die meisten Kunden auch und zahlen die 15 bis 25% ganz automatisch, bereitwillig und gerne.
Beispiele aus dem "richtigen Leben" in Florida: Eine Bekannte von mir arbeitet fünf Abende die Woche als Kellnerin in einem gehobenen italienischen Lokal - die geht jeden Abend mit mindestens $300 Tipp nach Hause; am Wochenende auch oft deutlich mehr. Gut, das muss sie natürlich versteuern; aber verhungern wird sie von so einem Einkommen nicht. Meine Ex-Nachbarn arbeiten alle vier ebenfalls als Kellner, zwei in einem Restaurant, zwei in einer Bar, die tragen auch abendlich zwischen $150 und $300 heim. Und das mickrige Grundgehalt kommt dann natürlich immer noch obendrauf. Da muss man nicht meckern. Ich kenne zahlreiche Leute hier, die kellnern, und die kommen alle auf ein Gehalt, das mindestens dem floridianischen "median income" entspricht.

So ein Walmart-Angestellter kommt hingegen mit seinen $7,67 die Stunde - brutto - auf $61,36 Tagesverdienst, sofern er überhaupt in den Luxus einer Vollzeitstelle kommt - viele Walmartmitarbeiter werden aber auf Teilzeit gehalten. Lass Dir das mal auf der Zunge zergehen. Davon muss die Einkommensteuer noch abgezogen werden (das sind in dieser Gehaltsordnung 10%), da bleiben also pro Tag gut $55, von denen alle weiteren Ausgaben bezahlt werden müssen: Miete, Nebenkosten, Lebensmittel, Auto, Telefon, Krankenversicherung,... Kannst ja mal durchrechnen, wie weit Du damit kommen würdest. Bei solchen Zahlen ist es kein Wunder, dass in einigen Läden 100%, in anderen Läden 80% der Gesamtbelegschaft auf "Food Stamps" angewiesen sind (und sich dafür qualifizieren), damit sie Essen auf den Tisch bringen können. Solche Zustände gibt es sonst nirgendwo, und vor allem nicht so schematisch. Der Steuerzahler finanziert Walmarts Profite. Sowas ist unerhört und unfassbar, und es gehört verboten. Walmart müsste gezwungen werden, seinen Mitarbeitern ausreichend viel zu bezahlen, dass die Leute nicht auf staatliche Beihilfen angewiesen sind, um knapp überleben zu können. Aber, hey, Goofy schrieb ja, die sind alle faul und dämlich. Also haben sie menschenwürdige Arbeitsbedingungen vermutlich gar nicht verdient. Es ist offenbar auch in Ordnung, dass die Waltons sich noch über den Tod hinaus an vielen ihrer Mitarbeiter bereichern. Oder kennst Du ein anderes Unternehmen, dass als Begünstigter im Todesfalle reihenweise Lebensversicherungen auf Niedriglohnkräfte abschließt? Ich kenne keines.
Dann das Argument „…gefühlte 98 Prozent Made in China“. Wenn ich Lebensmittel einkaufe, sagen wir Aufschnitt von Oscar Mayer, Käse von Kraft, Chips von Tostitos, Tropicana-Saft, ein Sixpack Sam Adams, Pepsi Cola, usw usf, so finde ich diese Marken im WalMart ebenso wie bei den anderen Ketten. Haben die im WalMart eine andere Herkunft? Dann würde ich mir in der Tat nächstes Mal überlegen, ob ich die noch dort kaufe. Ansonsten fällt mir als einziger Unterschied auf, dass die Sachen im Publix fast immer ne Ecke teurer sind. Liegt das ausschließlich daran, dass WalMart seine Mitarbeiter abzockt?
Zu einem großen Teil: Ja. Und die zocken ja nicht nur die eigenen Mitarbeiter ab, sondern diktieren Einkaufspreise ihrer Zulieferer, die wiederum zu unfassbar schlechten Bedingungen bei diesen Zulieferern führen oder die zumindest begünstigen (das ist etwas, das die Doku sehr schön illustriert).

Aber wenn ich sage, "gefühlt 98% aus China", dann rede ich ja nicht isoliert von der Lebensmittelabteilung, sondern vom gesamten Laden. Versuch doch mal, außerhalb der Lebesmittelabteilung ein Teil zu finden, das nicht aus China kommt. Find da mal ein Spielzeug, ein Handtuch, ein Paar Schuhe, ein T-Shirt, eine Schraube, eine Glühlampe, ein Möbelstück etc, das in den USA hergestellt worden ist. Das gelingt Dir vielleicht in der Waffenabteilung; eventuell noch bei den Autoreifen - aber sonst? Und, ja, ich habe bei Walmart schon Konserven und anderweitig abgepackte Lebensmittel gefunden, die in China hergestellt worden waren, und damit meine ich nicht traditionell fernöstliche Lebensmittel wie Wasserkastanien oder Bambussprossen, sondern "westliches" Dosengemüse, Dosensuppen etc.
Oder hat es vielleicht auch damit zu tun, dass WalMart aufgrund größerer Abnahme-Mengen einfach bessere Konditionen im Einkauf genießt?
Die "besseren Konditionen" im Einkauf, die werden (s.o.) zum Teil den Zulieferern diktiert und führen zu schlechten (oder: noch schlechteren) Konditionen ebenda, damit die Preise überhaupt machbar sind.
Sorry, aber ich tu mich grundsätzlich immer ein bisschen schwer damit, wenn bestimmte Marken (ich beschränke das jetzt keineswegs auf WalMart) in der Öffentlichkeit auf Teufel komm raus schlecht gemacht werden sollen. Um so was nachvollziehen zu können, muss man mich erst überzeugen, dass es woanders besser, fairer ist.
Ich beschränke das hier schon auf Walmart und übertrage das nicht auf andere Unternehmen (oder versuche, mit einer Verallgemeinerung die Zustände bei Walmart schönzureden oder abzuschwächen), weil Walmart nun malmit seinen Bedingungen in einer eigenen Liga spielt. Kein anderes Unternehmen verlässt sich so darauf wie Walmart, dass der Steuerzahler seine Mitarbeiter durchfüttert. Und wer dort einkauft, der unterstützt eben dieses Gebaren und diese Bedingungen. Das muss, wie gesagt, jeder für sich selber entscheiden. Ich würde dort nicht mehr einkaufen und habe es seit Jahren nicht gemacht. Auch dann nicht, als Walmart der nächstgelegene Laden mit Lebensmittelabteilung war und ich zeitweilig erheblich weiter radeln musste, um Lebensmittel einzukaufen. Ich unterstütze sowas nicht. Und ich würde mir wünschen, dass mehr Menschen sich etwas mehr Gedanken darüber machen, wie solche Billigpreise zustande kommen und nicht wie Pawlow'sche Hunde reflexartig zu etwas greifen, nur weil es billig ist. Walmart (und jetzt fasse ich es doch weiter) und andere Big-Box-Läden und deren Kunden tragen m.E. den Hauptanteil daran, dass Millionen Produktionsjobs in den USA, die wir bitter benötigen, um als Wirtschaft wieder auf die Beine zu kommen, zerstört worden sind. Und Walmart trägt mit seinen Standorten dazu bei (absichtlich und gezielt), dass unabhängige "Mom and Pop Stores" den Bach runtergehen.
 

Goofy

Well-Known Member
#13
Hübsch heruntergespielt. Walmart spielt in einer völlig anderen Liga als alle deutschen Unternehmen, die Du da nennst. Das geht damit los, dass die Löhne in ener anderen Klasse angesiedelt sind und hört bei Betriebsräten, mindestens 18 Tagen bezahltem Urlaub und unbegrenzten bezahlten Krankentagen pro Jahr noch lange nicht auf. Wer Walmart mit Unternehmen wie Aldi oder Metro gleichsetzt, der beweist im Grunde, dass er nicht weiß, wovon er spricht. Und ehe Du in die Richtung steuerst: Aldi in den USA zahlt deutlich besser als Walmart und bietet seinen Mitarbeitern standardmäßig Benefits wie bezahlten Urlaub und bezahlte *Sick Days* sowie 401(k)s.
Ja, Walmart zahlt seinem Fußvolk den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlohn. Das sind vor Deiner Haustür seit dieser Woche sagenhafte $7,67 pro Stunde (vorher waren's $7,31). Brutto versteht sich. Da gehen natürlich noch Einkommensteuer, Social Security und - sofern man es sich leisten kann - die Beiträge zur KV ab.

Und hast Du Dir die in meinem vorigen Beitrag verlinkte Doku mal angeschaut? Ach warte, ich beantworte das schnell selber: natürlich nicht. Dachte ich mir schon. Denn da könnte ja etwas gezeigt werden, das für den Walmart-Stammkäufer irgendwie unangenehm sein könnte.
Aha, Deiner Meinung nach sind Walmart-Mitarbeiter also gemeinhin stinkfaule Dummköpfe und verdienen vermutlich schon deswegen keine menschenwürdigen Arbeitsbedingungen. Reizend. Ich werd' Dich dann mal wieder auf meine Ignore-Liste schieben, denn so einen verächtlichen Müll muss man wirklich nicht öfter lesen.
Wieder ein schöner Gerda-Beitrag, indem du anderen Halbwissen unterstellst, Äußerungen im "Mund" herumdrehst bzw. Beratungsresistenz unterstellst, auf einige deiner Behauptungen möchte ich aber dennoch eingehen.

Zum Thema Mindestlöhne braucht sich die USA nicht hinter Deutschland zu verstecken.
Abgesehen davon, dass sie von Obama geplante "Soziale Netz" aufgrund der fehlende Unterstützung der Republikaner bis heute noch nicht umsetzen lies kannst du die Mindestlöhne der USA gern mal mit denen in Deutschland vergleichen (bei den dort aufgeführten 6,75 € gehen auch anteilige Sozialabgaben und Einkommensteuer ab).
http://www.destatis.de/jetspeed/por...stlohnDeutschland,templateId=renderPrint.psml

Es ist auch schön, dass du deine Fragen in der in deinen Beiträgen gepflegten Arroganz selbst beantwortest. Wenn du es wissen willst, ich habe die Dokumentation über Walmart schon vor einiger Zeit im deutschen Fernsehen gesehen (davon abgesehen habe ich in meinem Beitrag auch geschrieben, dass ich deren System, wie sie ihre Mitarbeiter oder Lieferanten behandeln nicht gut heiße).

Des weiteren behauptest du, dass ich Walmart-Mittarbeiter für stinkfaule Dummköpfe bezeichnet habe. Auch dies ist wieder nur der Beweis dafür, wie du "Zitate" benutzt und sie einfach im Text so abänderst bis sie in deine Denkweise passen.

Im Gegensatz zu dir glaube ich nicht, dass ich ein besserer Mensch bin, nur weil ich mit dem Fahrrad fahre, mir kein neues Auto kaufe und lieber meine alte CO² Schleuder fahre, meine Klimaanlage nicht benutze, beheizte Pools verdamme oder auf dem Wochenmarkt Bioobst kaufe.

Aber leider kannst du dies ja nicht lesen, da ich ja auf deiner Ignore-Liste bin. :007:

Gruß Thomas
 
Zuletzt bearbeitet:

claudia

Power-Mom und Moderatorin
Moderator
#14
Hallo Ihr Lieben,

alles weitere zum Thema Walmart nun bitte hier. Wie immer gilt natürlich.....

Fair diskutieren: :009:
  • freundlich bleiben
  • die "Sache" angreifen, aber niemals die Person (Harvard Prinzip)
Viel Spaß
Claudia :001:
 
J

Jochen

Guest
#15

Zum Thema Mindestlöhne braucht sich die USA nicht hinter Deutschland zu verstecken.
Abgesehen davon, dass sie von Obama geplante "Soziale Netz" aufgrund der fehlende Unterstützung der Republikaner bis heute noch nicht umsetzen lies kannst du die Mindestlöhne der USA gern mal mit denen in Deutschland vergleichen (bei den dort aufgeführten 6,75 € gehen auch anteilige Sozialabgaben und Einkommensteuer ab).
http://www.destatis.de/jetspeed/por...stlohnDeutschland,templateId=renderPrint.psml

Mit dem kleinen, aber feinen Unterschied das es in D zusätzlich ein soziales Netz existiert was dem Namen wenigstens halbwegs gerecht wird - so können Personen die mit dem Mindestlohn nicht ausreichend verdienen zu sogenannten "Aufstockern" werden und zusätzlich zu ihrem geringen Arbeitslohn Sozialleistungen vom Staat bekommen. Das ist meines Wissens in den USA nicht so und insofern sind die Mindestarbeitslöhne in beiden Ländern durch die unterschiedlichen Randbedingungen nicht einfach 1:1 über den Betraf vergleichbar.

Des weiteren behauptest du, dass ich Walmart-Mittarbeiter für stinkfaule Dummköpfe bezeichnet habe. Auch dies ist wieder nur der Beweis dafür, wie du "Zitate" benutzt und sie einfach im Text so abänderst bis sie in deine Denkweise passen.
Das hast Du so sicher nicht ausgedrückt und Gerda hat es auch sicher drastisch formuliert, aber Deine Aussage

Außerdem wird wohl jeder - der öfter bei Walmart mit offenen Augen einkaufen geht - zugeben müssen, dass viele der Mittarbeiter - außer bei Walmart - kaum einen Job finden würde.
Denn vorsichtig ausgedrückt fällt der durchschnittliche Walmart-Mittarbeiter nicht gerade durch seine überragende Intelligenz oder Leistungsbereitschaft auf.
ließ auch durchaus Interpretationsspielraum in dieser Richtung zu. Wenn es nicht so gemeint war, dann sollte die Formulierung vielleicht etwas klarer gewählt werden.....
 

CCmyhomeplace

Well-Known Member
#16
@Gerda
Das wirft natürlich die Frage auf, warum dann überhaupt noch Leute bei Wal-Mart anfangen, wenn es bei den anderen Ketten so viel besser ist. Da könnte man glatt auf den Gedanken kommen, dort gehen nur die hin, welche sie bei Aldi, Publix etc. nicht haben wollten; auch wenn man das vielleicht nicht ganz so despektierlich ausdrücken will wie Goofy. Was wäre denn die Alternative – Arbeitslosigkeit? Nun, vielleicht ist genau das der Fehler im System. Hierzulande wären sich viele Menschen für Arbeit unter solch miserablen Bedingungen zu schade, weil ihnen der Staat ein gewisses Auffangnetz bietet, welches es eben in den USA so nicht gibt. Und das nutzt WM offenbar ebenso schamlos aus, wie besagte Menschen hier das soziale System ausnutzen. Aber, ohne jetzt von WM ablenken zu wollen – wie sieht es denn mit der Bezahlung z. B. bei McDonald´s aus? Werden die Beschäftigten dort nicht auch mit Hungerlöhnen abgespeist?

Das mit den Versicherungen wusste ich bisher nicht. Schon erstaunlich, auf was für Ideen manche Arbeitgeber kommen. Meiner bietet eine Vorsorgekasse für den Todesfall, damit man anständig unter die Erde kommt, und Wal-Mart bereichert sich noch dran… Ziemlich perfide.

Was die Herkunft der Artikel betrifft: da ich bisher außer mal nem T-Shirt oder nem Pack Socken kaum was anderes als Lebensmittel bei WM gekauft habe, habe ich da noch nie drauf geachtet. Bei den erwähnten Marken bin ich einfach mal davon ausgegangen, dass sie US-amerikanischer Herkunft sind.
 

hobi11

Well-Known Member
#17
hallo Zusammen,

also ich finde solche Diskussionen haben eigentlich in diesem Forum nichts zu suchen. Zunächst kann
ja jeder zum Glück da einkaufen wo er es besonders toll findet. Ich denke, dass auch in Deutschland
viele Branchen unterbezahlt sind, aber bitte wen interessiert das hier im Forum, wenn es um Reisen und
Informationen rund um Florida geht.

Gruß
hobi 11
 

claudia

Power-Mom und Moderatorin
Moderator
#18
hallo Zusammen,

also ich finde solche Diskussionen haben eigentlich in diesem Forum nichts zu suchen. Zunächst kann
ja jeder zum Glück da einkaufen wo er es besonders toll findet. Ich denke, dass auch in Deutschland
viele Branchen unterbezahlt sind, aber bitte wen interessiert das hier im Forum, wenn es um Reisen und
Informationen rund um Florida geht.

Gruß
hobi 11
Nun in diesem Forum wurden schon immer auch Themen außerhalb Floridas wie politische Dinge in den USA oder Deutschland usw. erörtert, da unterscheiden wir uns ein wenig von anderen Foren :0141: Bislang sind wir damit gut gefahren und ich für meinen Teil möchte daran auch nicht ändern! Ich denke hier wir jeder fündig, der User der auf der Suche nach reinen Urlaubsinfos ist, so wie der User der auch gerne über andere spricht bzw. schreibt! Jeder so wie er mag :001:
 

Goofy

Well-Known Member
#19
Mit dem kleinen, aber feinen Unterschied das es in D zusätzlich ein soziales Netz existiert was dem Namen wenigstens halbwegs gerecht wird - so können Personen die mit dem Mindestlohn nicht ausreichend verdienen zu sogenannten "Aufstockern" werden und zusätzlich zu ihrem geringen Arbeitslohn Sozialleistungen vom Staat bekommen.
Da hast du nicht Unrecht, aber liegt nicht genau da das Problem, an dem unser soziales Netz?
Das sich unterbezahlte Menschen ihr Gehalt aufstocken lassen können ist ein guter Gedanke, aber genau dies Möglichkeit wird von deutschen Arbeitgebern schamlos ausgenutzt, indem sie immer mehr Jobs anbieten, die genau so ein Aufstocken unumgänglich machen.
Eine Bekannte von mir hat bereits im Verlauf eines Vorstellungsgespräches - als es um die Bezahlung ging - zu hören bekommen: "Die Bezahlung ist zwar nicht üppig aber das können sie sich ja dann vom Amt aufstocken lassen".

Gruß Thomas
 

Goofy

Well-Known Member
#20
Das wirft natürlich die Frage auf, warum dann überhaupt noch Leute bei Wal-Mart anfangen, wenn es bei den anderen Ketten so viel besser ist. Da könnte man glatt auf den Gedanken kommen, dort gehen nur die hin, welche sie bei Aldi, Publix etc. nicht haben wollten; auch wenn man das vielleicht nicht ganz so despektierlich ausdrücken will wie Goofy. Was wäre denn die Alternative – Arbeitslosigkeit....
Genau darauf wollte ich heraus, ich hätte es vielleicht anders formulieren sollen (wer es nicht glaubt sollte mal versuchen, einen Mittarbeiter bei Walmart um Hilfe zu bitten). :0141:

Gruß Thomas
 
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