Raus aus Deutschland? Für und Wider...

claudia

Power-Mom und Moderatorin
Moderator
#1
Claudia hat den u. s. Beitrag geschrieben. Unser Forums Wachhund Andy hat mich auf diesen Beitrag aufmerksam gemacht und war der Meinung, dass könnte ein gutes Pro & Contra Thema sein. Recht hat er. Hier liegt Potenzial in Luft! :109: Dann legt mal los,
aber immer schön lieb sein!

Gruß - Bianca & Andy
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Raus aus Deutschland



http://t-online-business.de/c/13/82/79/1382796,tid=d.jpg
(Foto: Archiv).
Immer mehr Fachkräfte kehren Deutschland den Rücken. Einige suchen das Abenteuer, doch meist locken die besseren Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt ins Ausland. "Mit 145.000 Fortzügen hatten wir im vergangenen Jahr seit 1954 die höchste registrierte Abwanderung von Deutschen zu verzeichnen", sagte DIHK-Präsident Ludwig Georg Braun der Zeitung "Die Welt" vom Montag. Weit mehr als die Hälfte der deutschen Emigranten seien jünger als 35 Jahre. "Darunter sind viele qualifizierte und hoch motivierte Köpfe", sagte Braun. "Das ist ein Alarmzeichen."
Auswanderung - In diese Länder zieht es die Deutschen
 
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Schabe71

Well-Known Member
#3
Diese Statistik hab ich vorhin auch gelesen. Ist schon irgendwie ziemlich erschreckend.
Jetzt sag mir mal bitte was daran erschreckend ist:065: Es tut mir Leid aber, mich wundert das überhaupt nicht. Hier gibt es keine Arbeit oder zumindest unter wesentlich schlechteren Bedingungen ( weniger Geld, längere Arbeitszeiten). Selbst wenn das nicht an 1. Stelle steht, was hat man denn hier auf lange Sicht für Perspektiven?:0025:

Ich denke mal, daß so ziemlich jeder weiß was hier auf dem Arbeitsmarkt los ist (auch Du) und da nützen Dir dann auch die Besten Qualifikationen nix mehr, läuft doch fast alles nur noch über Beziehungen:093: .
 

MrMagoo

war mal in Florida
#4
Ohhhh Claudia, da haste aber ein "Heißes Eisen" angefaßt. (zumindest für mich....:mrgreen: )

Im Radio wurde ja auch diese Statistik und der "gute" Herr Braun zitiert. Ich frage mich nur noch:"Hat der Mann nicht alle Latten am Zaun?" Sorgt dieser Verein (DIHK) nicht geradezu dafür? Wer ist denn für Jobs zuständig? Warum gehen denn junge Ärzte ins Ausland? Also für 1800€(Netto!) würde ich auch nicht 8 Jahre studieren. Junge Hochschulabsolventen finden keine annährend gut bezahlte Jobs oder dürfen jahrelang ihr "unterbezahltes Praktikum" ableisten.

Was hier im Moment passiert ist nur die logische Konsequenz aus Fehlern der Politiker und Mißmanagment in vielen Firmen.
Sich dann aber hinzustellen und zu klagen, daß ist ziemlich dumm und treibt mir die zornesröte ins Gesicht.:0521: :0301:

(war ich schon zu politische?)
 

buccaneer

Buchmacher und Frauenversteher
#5
Jetzt sag mir mal bitte was daran erschreckend ist... Hier gibt es keine Arbeit oder zumindest unter wesentlich schlechteren Bedingungen ( weniger Geld, längere Arbeitszeiten). Selbst wenn das nicht an 1. Stelle steht, was hat man denn hier auf lange Sicht für Perspektiven?:0025:
...und genau das ist doch wohl schon erschreckend genug, oder nicht?
Ich habe letztens im TV eine Doku über div. Auswanderer gesehen. Erschreckend fand ich, dass z.B. ein gut ausgebildeter deutscher Arzt nach Schweden auswandert, und zwar an den A... der Welt. Und warum? Weil er dort wesentlich mehr Geld bekommt, geregelte Arbeitszeiten hat, die schwedische Regierung und das anstellende KH ihm und der Familie Sprachkurse usw. zahlt. Was alles zusammen genommen zu folgendem führt: Der Mann fühlt sich dort nicht nur gerecht behandelt sondern vor allem gewollt und gebraucht!!!
Letztendlich wird das bestimmt bei einigen der Auswanderer das Hauptargument sein.
(Es müssen ja nicht alle derart dämlich sein wie die in der gleichen Doku gezeigten Auswanderer nach Paraguay)
 

Schabe71

Well-Known Member
#6
Genau diese Sendung habe ich auch gesehen:007:

Das war das beste Beispiel mit dem Arzt, der nach Lappland ausgewandert ist. Gut über die Beiden Harz IV Empfänger braucht man wohl kein Wort verlieren, die sind echt der Hit:lach: .

Aber sind wir doch ganz ehrlich wenn alle Rahmenbedingungen stimmen wäre der Ein oder Andere von uns auch weg:009: :mrgreen:
 

claudia

Power-Mom und Moderatorin
Moderator
#8
Ohhhh Claudia, da haste aber ein "Heißes Eisen" angefaßt. (zumindest für mich....:mrgreen: )

Im Radio wurde ja auch diese Statistik und der "gute" Herr Braun zitiert. Ich frage mich nur noch:"Hat der Mann nicht alle Latten am Zaun?" Sorgt dieser Verein (DIHK) nicht geradezu dafür? Wer ist denn für Jobs zuständig? Warum gehen denn junge Ärzte ins Ausland? Also für 1800€(Netto!) würde ich auch nicht 8 Jahre studieren. Junge Hochschulabsolventen finden keine annährend gut bezahlte Jobs oder dürfen jahrelang ihr "unterbezahltes Praktikum" ableisten.

Was hier im Moment passiert ist nur die logische Konsequenz aus Fehlern der Politiker und Mißmanagment in vielen Firmen.
Sich dann aber hinzustellen und zu klagen, daß ist ziemlich dumm und treibt mir die zornesröte ins Gesicht.:0521: :0301:

(war ich schon zu politische?)
Mißmanagment in vielen großen Firmen, sicher, kleinere Unternehmen sind bei solchen Fehlern nämlich sofort oder ziemlich schnell weg vom Fenster! Aber den kleineren Unternehmen hilft ja auch keiner, wenn sie in Schwierigkeiten durch nicht zahlende Kunde ect. kommen....Aber ich schweife ab......:009: , sorry!
Ich liebe "heiße Eisen" , Andy :0141: !
 

Schekolin

Well-Known Member
#9
@Buccaneer:

Tja, die lieben Auswanderer verfolge ich auch seit Wochen. Da gab es aber auch noch so eine nette Familie, die Hals über Kopf nach Spanien floh ("floh" deshalb, weil sie massenhaft Schulden zurückließen). Doch über die "Paraguyaner" kann ich mich auch jedes Mal erheitern. Als sie vor Wochen sagte:"Tja, wenn wir dort krank sind, dann wird uns schon wer pflegen, sind ja nette Leute dort." Endlich auf der Reise, wussten sie nicht mal, welche Währung dort ist.

Ansonsten will ich das heiße Eisen nicht weiter zum Glühen bringen. Aber ich denke auch, jeder sollte sich selbst mal an der Nase nehmen: Was kauft man (ich eingeschlossen!), die billigsten Sachen, nicht die heimischen, sind alle "Made in China".

In unserem Fall (damit meine ich die Mehrzahl der Benützer dieses Forums, was natürlich auch wieder mich miteinschließt), bringt man natürlich auch alles aus dem "gelobten Land" - sprich USA - mit. Ich kaufe meine österreichischen Wolfordstrümpfe nicht in Wien um 55.- Euro, sondern in Las Vegas, wo sie eben "nur" 28.- Dollar kosten. Somit sind die Dinger gleich 2 Mal rund um die Welt geflogen, noch vor dem ersten Tragen (und wahrscheinlich werden sie nochmals transatlantik fliegen in ihrem Leben). Bitte, man stelle mir nicht die Frage, ob ich nun meine Strümpfe an der Grenze verzollt habe!

Es ist doch sehr viel diese "Geiz ist geil"- Mentalität (wir haben da in Österreich so einen Slogan einer Elektronikhandelskette), aber daran sind wir auch alle miteinander selber schuld.

Bezüglich der Auswanderer im Fernsehen noch eine kurze Bemerkung: Ich würde die alle gerne mal so in ein paar Jahren sehen. Da sind nur ganz wenige dabei, denen ich wirklich zutraue, es zu schaffen. Doch leider enden die Serien immer schon nach ein paar Wochen, wo noch alles so neu ist und die Auswanderer noch so eifrig sind.

Aber vielleicht ist das auch nur der Neid, weil ich selbst nicht mutig genug war.

Upps, ist ja doch wieder ein längerer Beitrag geworden!:035:
 

claudia

Power-Mom und Moderatorin
Moderator
#10
@Buccaneer:

Tja, die lieben Auswanderer verfolge ich auch seit Wochen. Da gab es aber auch noch so eine nette Familie, die Hals über Kopf nach Spanien floh ("floh" deshalb, weil sie massenhaft Schulden zurückließen). Doch über die "Paraguyaner" kann ich mich auch jedes Mal erheitern. Als sie vor Wochen sagte:"Tja, wenn wir dort krank sind, dann wird uns schon wer pflegen, sind ja nette Leute dort." Endlich auf der Reise, wussten sie nicht mal, welche Währung dort ist.

Ansonsten will ich das heiße Eisen nicht weiter zum Glühen bringen. Aber ich denke auch, jeder sollte sich selbst mal an der Nase nehmen: Was kauft man (ich eingeschlossen!), die billigsten Sachen, nicht die heimischen, sind alle "Made in China".

In unserem Fall (damit meine ich die Mehrzahl der Benützer dieses Forums, was natürlich auch wieder mich miteinschließt), bringt man natürlich auch alles aus dem "gelobten Land" - sprich USA - mit. Ich kaufe meine österreichischen Wolfordstrümpfe nicht in Wien um 55.- Euro, sondern in Las Vegas, wo sie eben "nur" 28.- Dollar kosten. Somit sind die Dinger gleich 2 Mal rund um die Welt geflogen, noch vor dem ersten Tragen (und wahrscheinlich werden sie nochmals transatlantik fliegen in ihrem Leben). Bitte, man stelle mir nicht die Frage, ob ich nun meine Strümpfe an der Grenze verzollt habe!

Es ist doch sehr viel diese "Geiz ist geil"- Mentalität (wir haben da in Österreich so einen Slogan einer Elektronikhandelskette), aber daran sind wir auch alle miteinander selber schuld.

Bezüglich der Auswanderer im Fernsehen noch eine kurze Bemerkung: Ich würde die alle gerne mal so in ein paar Jahren sehen. Da sind nur ganz wenige dabei, denen ich wirklich zutraue, es zu schaffen. Doch leider enden die Serien immer schon nach ein paar Wochen, wo noch alles so neu ist und die Auswanderer noch so eifrig sind.

Aber vielleicht ist das auch nur der Neid, weil ich selbst nicht mutig genug war.

Upps, ist ja doch wieder ein längerer Beitrag geworden!:035:
Ich halte auch nicht viel von dieser "Geiz-ist-geil-Mentalität", aber vielen Menschen bleibt bei geringem Einkommen gar keine andere Wahl, dies sollte man nicht vergessen!
Einige der Sendungen enden sicher nach einigen Wochen, die Familie Reimann wird nun aber schon eine ziemlich lange Zeit begleitet und hat dort auch sehr gut eingelebt und eingegliedert. Gibt eben positive und negative Beispiele! Außerdem, daß auch im Ausland nicht alles Gold ist was glänzt ist uns doch wohl klar :0141: !
Zu den Auswandererserien...die Paare die nach Torrox (Spanien) oder die nach Paraguay sind doch wohl nur :0092: ....Torrox kenne ich zufällig sehr gut, da wird er als Alleinunterhalter spätestens im Winter die Segeln streichen.....
 

Schabe71

Well-Known Member
#11
@Andrea

Woran liegt es denn, daß man nur noch "billig" einkauft? Doch wohl daran, daß das Geld einfach nicht mehr so locker sitzt wie vielleicht noch vor 10-15 Jahren:0025: .

Wer "nur" normaler Angestellter ist verdient doch "nix" mehr. Alles wird immer teurer aber in der Lohntüte ist im Endeffekt immer weniger drin. Und wenn ich dann höre, daß Deutschland den Bach runtergeht weil, keine Kaufkraft vorhanden ist und qualifizierte Leute auswandern kann ich mir echt nur noch an Kopp packen:0103:

@Claudia

Bevor jetzt kommt, daß die Kleinen Betriebe nicht wirklich besser dastehen.... ich weiß:109: . Da sind eben die Politiker gefordert etwas zu unternehmen.
 

claudia

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#12
Habs gerade kam es in den Nachrichten....."Der Großteil der Fachleute (Ärzte, Handwerker ect) die Deutschland den Rücken gekehrt haben, kommen nicht zurück!
 

admin

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#13
Vielleicht wird und wurde hier auch oft am Bedarf vorbei ausgebildet - aus welchen Gründen auch immer.
Mediziner zu werden war über Jahrzehnte quasi eine Garantie für Wohlstand und ein gutes Leben - inzwischen gab (und gibt es teilweise noch) eine Ärzteschwemme speziell in den Großstädten und die Bedingungen in den KH können auch deshalb so unwürdig diktiert werden, weil es immer welche gibt die den Job zu den Bedingungen machen.
Ingenieure werden händeringend gesucht - da wurden nicht genug ausgebildet. Und so gab und gibt es immer Berufe, in denen man gute Aussichten hat und welche, in denen das nicht der Fall ist. Wenn man clever ist oder gute Berater hatte, dann hat man sich eben nicht für das Naheliegendste entschieden sondern versucht einen Beruf mit Perspektive zu erwischen. Dass das nicht für jeden einfach ist oder war glaube ich schon - aber schon der gesunde Menschenverstand muss einem doch sagen, wenn jeder Betriebs- oder Volkswirtschaft studiert das es dann irgendwann zuviele davon gibt. Oder das man nicht mehr Fernsehtechniker lernt wenn abzusehen ist, das in Zukunft die Fernseher weniger kosten als eine eventuelle Reparatur.

Ich will hier weder was beschönigen noch die Politik bzw. die Wirtschaft (die es in meinen Augen wesentlich mehr ist) verteidigen, was die in den vergangenen Jahrzehnten angestellt haben - aber letztlich bin ich nach wie vor der Meinung, jeder ist seines Glückes Schmied. Wenn ich den falschen Job ausgesucht habe kann ich doch nicht von einem Politiker erwarten, dass der mich da herauszieht, oder sehe ich da was falsch?

Und eines sollte auch mal ganz klar sein: In fast jedem anderen Land (Skandinavien mal ausgeschlossen, die haben das anders geregelt) muss man wesentlich länger und teilweise auch härter für sein Geld arbeiten - hat dafür zugegebenermaßen oft auch mehr Möglichkeiten. Aber eben nicht nur nach oben sondern auch nach unten.... und wenn es nach unten geht, dann wird man dort auch nicht aufgefangen. Fragt mal Tom nach seinem Arbeitspensum, Pia nach ihren Urlaubswochen oder Caloosa nach seiner Selbstständigkeit.

Fragt mal diejenigen, die als Angestellte arbeiten wie Krankheitstage verrechnet werden und Sozialleistungen wie KV, Renten usw. geregelt sind - darüber sollte man sich schon im Klaren sein.

Wie gesagt: Ich finde es hier auch nicht alles Klasse - aber es sind in erster Linie die Bürokratie (die in den USA übrigens teilweise deutlich heftiger ist) und die Maßlosigkeit der Wirtschaftoberen die mich ärgern. Wenn hierzulande jemand mit dem selben Engagement und Zeitaufwand seine Sache betreiben würde wie viele der Auswanderer, dann hätten viele von denen auch hier eine reelle Chance, da bin ich sicher.

Und last but not least: Wenn man sich Erfolgsstories von vielen, die es im Ausland geschaftt haben anschaut, dann wird man oft feststellen, dass diese auf dem Rücken der dortigen Ärmsten und/oder schlecht Ausgebildeten entstanden sind, die sich als billige Arbeitskräfte oder "Opfer" einer überlegenen Ausbildung quasi zur Verfügung stellen.

Ich gebe zu, dass ich da vielleicht einen anderen Blickwinkel habe: Ich war in meinem ganzen Leben noch kein Angestellter, immer selbstständig und habe noch nie eine staatliche Hilfe, in welcher Form auch immer in Anspruch genommen - ich bin und war immer der Meinung, das ich für mein Leben ganz alleine zuständig bin und weder die Verantwortung noch die Sorgen und Nöte auf jemand anderen transferieren kann.

So, jetzt habt Ihr Stoff um auf mich einzuprügeln - und Ihr wisst, warum ich es in Pro&Contra verschoben habe... :035:
 

claudia

Power-Mom und Moderatorin
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#15
Wie ich schon sagte....es gibt überall Vor-und Nachteile! DAS perfekte Land gibt es nicht (dann wäre es sicher auch übervölkert :035: ), jeder muß eben für sich entscheiden mit welchen Vor-bzw. Nachteilen er besser umgehen bzw. leben kann!
Wie ist denn hier i.M....da wird überlegt Firmen die nicht ausbilden mit eine Art Bußgeld zu belegen :0096: ! Ich kenne viele Bäcker, Schlachter ect. die Auszubildene suchen, aber keine bekommen, weil auf diese Berufszweige keiner Lust hat! Soll ein kleiner Handwerksbetrieb jetzt dafür noch bestraft werden? Sicher könnte Leute mit Ideen hier vieles ändern, wenn man sie lassen würde.....!
 

BiMi

Moderator
Moderator
#16
Ich will hier mal eine Lanze für die Ärzte brechen. Wenn es eine Ärzteschwemme gibt, wieso müssen KH-Ärzte unbezahlte Überstunden schieben? Nee, so einfach ist das leider nicht. Wir sind hier von einem Extrem ins andere gekommen und das ist einfach ungesund und unter diesen Umständen, macht die Ausübung des Berufes bestimmt wenig Spaß und in dem Fall ist es m. E. auch hoch gefährlich. Letztlich werden immer noch Patienten behandelt und ich möchte eigentlich nicht von einem Arzt operiert werden, der schon einen 16 Stunden Tag hinter sich hat.

Ich kann es gut verstehen, wenn z. B. Ärtze in Ausland gehen, um auch in einem gesunden Umfeld ihren Job ausführen zu können.

Schaut euch nur z. B. die Unternehmen Airbus und Telekom an. Da müssen die Mitarbeiter darunter leiden, dass jahrelang das Management zu blöd war. Wir steuern in D immer schneller auf amerikanische Verhältnisse zu. Mit einem Job kommst du fast nicht mehr zurecht. Zumal, wenn wie z. B. bei uns geplant, die Wochenarbeitszeit reduziert wird...! Dann kann man auch in Ausland gehen und hat vielleicht noch eine höhere Lebensqualität!

Ganz ehrlich, da vergeht mir manchmal die Lust und wenn ich ein wenig mehr Mut hätte, oder einen Job ausüben würde, der im Ausland gefragt wäre, dann würde ich es mir auch überlegen und dann wäre Canada meine 1. Wahl! :109:


 
#17
Ich habe mich jetzt er einmal durchgelesen. Mein Senf dazu schliesst eure Kommentare mit ein. Irgendwie haben wir da alle fast einhellige Meinungen.

Die "blauäugigen" Auswanderer gen Spanien und Paraguay sind wirklich reizend - auch für meine Lachmuskeln. Aber ehrlich - überstehen die die erste Zeit und können dort ein neues Leben anfangen, oder gehen die unter. Manche kommen dann irgendwann reumütig zurück und wollen dann hier wieder aufgepäppelt werden.

Die neuschwedische Familie kann ich gut verstehen. Und ich finde , die machen das toll und wollen vor allem auch. Ich gönne ihnen ihr neues Leben.

Mein Schwager lebt auch seit 1993 in Portugal. Er hat eine Portugiesin geheiratet und wollte nur so ca. 5 Jahre in P bleiben. Seine Frau ist in Deutschland aufgewachsen, kennt also beide Länder und spricht beide Sprachen. Zwischenzeitlich haben sie sich dort alles das geschaffen, was sie sich erträumt haben. Er arbeitet weiterhin für ein deutsches Unternehmen, sie hat inzwischen ein Cafe mit Catering eröffnet. Sie haben sich eine Wohnung gekauft und restaurieren ein Haus in einem alten Ort. In D wäre das mit den Gehältern nicht alles so möglich gewesen.

Wenn uns so eine Möglichkeit offen stehen würde - warum nicht. Nach P wollte ich allerdings nicht - die Sprache ist grauslig :022: .

Wenn ich wo anders auf der Welt in meinem Beruf mehr geschätzt würde und dafür besser entlohnt, wäre das eine Überlegung wert.

Nur meine Meinung
Gruß Ulrike
 

admin

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Mitarbeiter
#18
Ich will hier mal eine Lanze für die Ärzte brechen. Wenn es eine Ärzteschwemme gibt, wieso müssen KH-Ärzte unbezahlte Überstunden schieben? Nee, so einfach ist das leider nicht. Wir sind hier von einem Extrem ins andere gekommen und das ist einfach ungesund und unter diesen Umständen, macht die Ausübung des Berufes bestimmt wenig Spaß und in dem Fall ist es m. E. auch hoch gefährlich. Letztlich werden immer noch Patienten behandelt und ich möchte eigentlich nicht von einem Arzt operiert werden, der schon einen 16 Stunden Tag hinter sich hat.​


Ich kann es gut verstehen, wenn z. B. Ärtze in Ausland gehen, um auch in einem gesunden Umfeld ihren Job ausführen zu können.​
Hier muss ich widersprechen, liebe Bimi: Gerade weil es zuviele Ärzte gibt müssen die sich auf die unbezahlten Überstunden einlassen - machen sie es nicht, so findet sich ganz leicht ein anderer, der den Job macht (oder wirtschaftlich machen muss). Spreche mal mit angehenden Ärzten, wie schwer es ist eine vernünftige AIP (Arzt im Praktikum)-Stelle zu bekommen.

Wenn es das Chefarzt-System nicht geben würde und diese Pfründe auf alle KH-Ärzte verteilt würde, dann gäbe es das Problem nicht. Diese Strukturen (auch die der Kassenärztlichen Vereinigung) sorgen ja zu einem nicht unbeträchtlichen Teil für solche Mißstände. Die sorgen leider dafür (ebenso wie im restlichen Wirtschaftsleben Politik und Interessenverbände) dass einige Wenige richtig absahnen und viele dafür mit deutlich weniger auskommen müssen. In Skandinavien hat man zu einem großen Teil diese Strukturen aufgebrochen (und alles staatlich gemacht) und fährt gut damit - hier (und auch in vielen anderen Ländern) geht es leider schon seit vielen Jahren genau anders herum. Speziell seit der Öffnung des Ostens und der damit verbundenen riesigen Ressource für Billiglohn-Arbeitskräfte in geographischer Nähe und der inzwischen immer kritikloseren Vergötterung der goldenen Kälber Konsum und Egoismus herrscht doch quasi reinster Sozial-Darwinismus: Nur der wirtschaftlich Starke überlebt - auf Kosten der wirtschaftlich Schwachen. Denn es ist ja nicht auf einmal so viel mehr da, es wird nur immer mehr umgeschichtet. Das Bewusstsein, dass das Richtig und erstrebenswert ist wurde hierzulande vor allem durch die Politik der Ära Kohl erschaffen und bestärkt und seither ist leider noch kein Umdenken erfolgt.

Ich sage mal ganz provokativ: Der Masse geht es eben immer noch nicht schlecht genug um sich richtig zu wehren - die Angst um die Bewahrung des Besitzstandes ist noch größer. Aber die Menge derer, die gar nichts mehr zu verlieren haben wird größer und irgendwann wird es knallen - denn nicht jeder hat die Möglichkeit auszuwandern.


Die neuschwedische Familie kann ich gut verstehen. Und ich finde , die machen das toll und wollen vor allem auch. Ich gönne ihnen ihr neues Leben.
Das gönne ich ihnen auch von Herzen. Aber dort trifft ja genau der beschriebene Fall ein: Ein dringender Bedarf (an Ärzten) der nur schwer zu erfüllen ist (aufgrund der geographischen Lage) - da ist es doch klar, dass den möglichen Interessenten alles geboten wird um den Job attraktiv zu machen.


Um es noch einmal klar zu sagen: Ich bin kein Freund der hiesigen Verhältnisse und kann jeden verstehen der auswandert. Aber wir sollten alle nicht so tun, als wären wir nur unschuldige Opfer - wir alle sind auch Täter und haben es zugelassen oder auch (unbewusst) selber aktiv betrieben, dass eine solche Haltung oder ein solches Klima hier entstanden ist. Ich schließe mich da selber auch nicht aus......

Wer aber die "Geiz ist geil"-Mentalität richtig findet, Top-Ware zu Mini-Preisen haben will, Auftragvergabe an Schwararbeiter als "Gegenwehr" gegen die hohen Preise akzeptabel und richtig findet, der muss auch damit rechnen, dass irgendwann für die eigene Leistung auch nicht mehr viel bezahlt werden soll - denn mal ehrlich: Man kann ja nicht nur auf der einen Seite die (finanziellen) Vorteile einer solchen haltung in Anspruch nehmen und sich dann beschweren, wenn jemand Anderes das Gleiche bei einem selber machen möchte. Das wäre doch entweder blauäugig oder schizophren.
Außerdem wählen wir seit Jahren die Politiker, die für diese Systeme stehen. Wir legen unser Geld in Fonds an, die die Unternehmen stützen, die so unsoziale Firmenpolitik betreiben. Wir kaufen Aktien und freuen uns wenn die steigen - was sie meist durch Aktionen wie Massenentlassungen, Firmenaufkäufe usw. tun.

Letztlich sind wir selber auf diesem Wege mitverantwortlich für die Situation - auch wenn wir sie nicht gewollt und größtenteils nicht vorausgesehen haben. Es gab ja durchaus immer Leute die davor gewarnt haben - aber auf die wollten wir ja nicht hören, solange es uns noch gut ging....

Jetzt wird sicher der Eine oder Andere sagen: Ja, aber ich als Einzelner kann das doch nicht ändern! Das stimmt zwar, aber das heißt doch nicht, das wir es gar nicht erst versuchen sollten und gleich resignieren. Denn wenn viele kleine Einzelne so denken, dann wird die Macht das zu tun schon größer - so funktioniert Demokratie nun einmal. Und wer Kinder hat, der kann schon in der Erziehung versuchen, da etwas an den grundlegenden Werten zu tun - solche Veränderungen brauchen eben leicht mal eine Generation und sind nicht von einem auf den anderen Tag zu ändern - sie sind ja auch nicht von gestern auf heute so geworden wie sie jetzt sind.
Jeder von uns bewundert Menschen, die sowas wie die Tafel für Arme organisieren, die unentgeltlich Bedürftigen in irgendeiner Form helfen, die sich sozial engagieren usw. - aber hand auf's Herz: Wer tut selber etwas in der Richtung? (Das will ich jetzt nicht tatsächlich wissen sondern sollte sich jeder selber fragen) Denn wir wollen doch mal ehrlich sein: Den Meisten, die sich hier aufhalten geht es ja noch relativ gut - was wir für einen Urlaub in den Staaten ausgeben, damit müssen teilweise Familien monatelang ihren Lebensunterhalt bestreiten.....

So, das ist jetzt wieder ein ordentlicher Roman geworden :035: - um aber noch einmal den Bogen zum Thema zu spannen (oder es zumindest zu versuchen): Ich kann jeden verstehen, der auswandern will - aber wenn er es ausschließlich der wirtschaftlichen Situation wegen tut, dann ist das auch ein kleines bißchen Flucht davor, die Dinge hier anzupacken und zu ändern. Was nicht als Wertung sondern als Feststellung zu werten ist - ich sehe das wertfrei. Nur letztlich ist es ausschließlich immer meine Entscheidung - dafür sollte ich nie jemand anders verantwortlich machen (wollen).

In diesem Sinne....

Gruß

Jochen

P.S.: Wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten - ich bin momentan zu faul das Ganze nochmal durchzulesen....:009:
 

BiMi

Moderator
Moderator
#19
Hier muss ich widersprechen, liebe Bimi: Gerade weil es zuviele Ärzte gibt müssen die sich auf die unbezahlten Überstunden einlassen - machen sie es nicht, so findet sich ganz leicht ein anderer, der den Job macht (oder wirtschaftlich machen muss). Spreche mal mit angehenden Ärzten, wie schwer es ist eine vernünftige AIP (Arzt im Praktikum)-Stelle zu bekommen.

Wir haben in unserem Bekanntenkreis zwei Ärzte, daher weiß ich auch, wie mies die Ärzte in KH bezahlt werden. Wie es sich nun auch immer verhält, ist es m. E. auf jeden Fall nachzuvollziehen, wenn Ärzte D den Rücken kehren und ins Ausland gehen und auch da wird es wie überall sein, es gehen sicherlich nicht die "schlechten" Ärzte...!

Mir geht dies "Geiz ist geil" Philosopie auch so richtig auf den Sender und dann wundern sich die Verbraucher über Gammelfleisch in den Regalen! :009: Preisvergleich OK, aber nicht billig um jeden Preis und wenn es möglich ist, dann am liebsten Dinge aus Deutschland und auf keinen Fall den Zahnersatz aus Asien!

Ich gehe z. B. am Samstag immer gerne auf den Markt und kaufe dort bei den ortsansässigen Bauern. Das ist mein kleiner Beitrag! :0141:
 
Zuletzt bearbeitet:

admin

Administrator
Mitarbeiter
#20
Keine Frage das die schlecht, sogar zu schlecht bezahlt werden, das ist unbestritten. Aber schlecht bezahlt wird doch wohl eher da, wo ein Überangebot herrscht als dort, wo ein Mangel ist, oder?

Ich verstehe auch, dass die auswandern - ob es eher die guten als der Durchschnitt ist lasse ich mal dahingestellt - die wirklich Guten verdienen hier nämlich auch immer noch gutes Geld. Und wie gesagt, die Entscheidung zu ihrem Beruf haben sie aus freien Stücken getroffen. Das ist ihnen jetzt sicher kein Trost, aber trotzdem die Wahrheit.
 
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