Reisebericht Island im Winter - perfektes Licht in Wind und Kälte

Lonici

Well-Known Member
#1
Hallo zusammen

Wie könnte es anders sein - wir sind mal wieder auf Reisen gewesen :009:. Ganz spontan tat sich Ende 2020 die Möglichkeit einer Fotoreise nach Island auf. Viele Fragezeichen: würde überhaupt ein Flieger fliegen, würden Hotels offen sein, wie viele Tests und eventuell sogar eine Quarantäne nötig sein? :0025:
All dem zum Trotz sagten wir ja zu diesem Abenteuer. Und ich kann euch sagen - es hat sich mehr als gelohnt! :006:

Wollt ihr was sehen? Seid gewarnt :brr:, es gibt wie immer bei mir viiiiiiiele Bilder, die noch gar nicht alle gesichtet, sortiert und entwickelt sind. Aber wir haben ja alle Zeit, nicht wahr?

Bis dann
Loni
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Lonici

Well-Known Member
#2
Eine Corona-Reise durch das winterliche Island
! Was für ein Abenteuer
.
Eine Reise, die uns von Anfang an viel Flexibilität abverlangte. Die Reise sollte Anfangs Februar losgehen (mein Dienstplan für Februar war aber schon fix, also musste ich ganz viele Gefallen von meinen Mitarbeiterinnen einfordern, um zwei Wochen frei zu schaufeln) und mit drei Tagen im Hochland enden.
Immer wieder wurden wir von unserem Reiseveranstalter Stefan Forster, dem Landschaftsfotografen, kontaktiert, weil Flüge gestrichen wurden. Statt wie zuerst vorgesehn direkt von Zürich nach Keflavik, mussten wir schlussendlich in Kopenhagen umsteigen. Eigentlich kein Problem, bis Dänemark einen negativen Covid-19 Test auch für den Transit verlangte, der nicht älter als 24 Std. sein durfte.
Da wir am Sonntag morgen früh abflogen, hiess dies für uns, einen Samstagsausflug zum Flughafen einplanen. Der Antigen-Schnelltest war zum Glück negativ (was eigentlich klar war, denn wir hatten uns alle freiwillig in der Woche zuvor schon testen lassen, um die Reise nicht zu gefährden, denn nur einer in Keflavik positv getestet, hiesse für alle Isolation) und so trafen wir unsere neun Mitreisenden zum Start ins grosse Abenteuer.

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Die Einreise nach Island läuft nach wie vor super organisiert und speditiv ab. Gleich nach der Ankunft geht man mit einem Barcode, den man durch eine vorgängige Registrierung auf covid.is erhalten hat, zum Testcenter. Die Einreisetest sind zur Zeit immer noch kostenlos. Dort wird ein Rachen- und Nasenabstrich professionell und zackig (und sehr gründlich
) genommen. Dann bekommt man ein Merkblatt mit den Do's und Don'ts während der 5 tägigen Quarantäne. Nach ca. 5 Std. erhält man per SMS das Ergebnis.


Stefan hatte für uns das Fosshotel Glacier Lagoon als Quarantänehotel gebucht, mit der Möglichkeit, dass wir in einem Konferenzzimmer gemeinsam essen und die Zeit mit Fototheorie totschlagen konnten. (Im Normalfall wird das Essen auf einem Tablett vor die Zimmertüre gestellt). Für kurze Spaziergänge darf man das Hotel verlassen, aber weder Autofahren noch in Kontakt mit anderen Menschen treten. Man darf keinen Aufzug benutzen und in Gängen nicht stehen bleiben. Keine Interaktion mit Personal ist erlaubt. Nur für die zweite Testung nach fünf Tagen darf man mit dem Auto zum nächsten Testzentrum fahren.
Die Zeit verging relativ schnell und nachdem alle einen negativen zweiten Bescheid erhalten hatten (vier negative Tests innerhalb einer Woche
, trafen wir unseren zweiten Guide und Fahrer, Raymond Hoffmann. Raymond, ein mit einer Isländerin verheirateter deutscher, Fotograf der seit 16 Jahren in Island lebt. Er kennt sich super mit den Bedingungen, Wetter und Licht, aus und gemeinsam mit Stefan, waren sie das DREAM-TEAM.


Aber jetzt genug erzählt. Los gehts mit der Reise:

  1. Tag: Dyrholaey (Hotel Dyrholaey) Sonnaufgang 08:40
Am Vorabend fahren wir schon mit unseren zwei Arctic Trucks
03EE00E2-810D-4319-A20F-6293B1A0B86A.jpeg (Bild von Raymo für unseren Whatsapp-Chat)
nach Vik, damit es am Morgen früh endlich mit fotografieren losgehen kann. Es weht ein heftiger Wind und selbst in diesen Trucks werden wir durchgerüttelt.
Im Hotel, welches extra für uns öffnet, stellen wir fest, dass kein Wasser läuft, weil die Leitungen eingefroren sind.
Wir wechseln in einen anderen Trakt, wo alles wunderbar funktioniert. Draussen stürmt uns schneit es heftig. Raymond beruhigt uns aber, morgen wird der Himmel über Dyrholaey offen sein. Sein Wort in Gottes Ohr - wir können es uns bei diesen Bedingungen nicht so richtig vorstellen. Aber wie immer auf dieser Reise behält er Recht. Es bleibt zwar windig und kalt, aber die Sonne lugt durch die Wolken, als wir am Morgen nach dem Frühstück losfahren.

Wunderbares Licht kurz nach Sonnenaufgang
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Das Meer ist sehr wild, was uns super Aufnahmen ermöglicht
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sogar im Gegenlicht toll
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dieses wunderbare weiche Licht wird uns die meiste Zeit begleiten
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Bis bald
Loni
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Lonici

Well-Known Member
#5
I mmer noch 1. Tag - auf dem Weg nach Öræfi
Vom Wind zerzaust, aber mega happy über diesen wunderbaren Morgen, steigen wir in unsere Autos und machen uns auf die Fahrt nach Öræfi. Mein Mann und ich sitzen im Auto von Raymo, und während der ganzen Reise werden wir viel Neues über das Land, seine Menschen und das normale Leben in Island lernen dürfen. Da Raymo fliessend isländisch spricht, merken wir bald, wie falsch wir die Ortsnamen ausgesprochen haben
und üben während den langen Fahrten fleissig
.
Wie üblich bei Reisen mit Stefan Forster, halten wir dort, wo das Licht es uns (oder ihm und Raymo
) anzeigt.
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ich bin warm angezogen .wink:
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Der letzte Halt bevor wir wieder im Fosshotel Glacier Lagoon ankommen, ist der Svínafellslón, wo wir auf den Sonnenuntergang um ca. 17.30 warten wollen. Als wir dort ankommen, hat sich der Himmel zugezogen und es beginnt leicht zu schneien. Das Wetter in Island ist eine kapriziöse Lady
.
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Schatzi hat neu einen Vikingerbart (eher Homeoffice-Attitude)
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Wir geniessen aber auch diese etwas andere Stimmung sehr. Kalt und windig ist es geblieben. Der Sonnenuntergang ist nicht ganz so spektakulär und so entschliessen wir uns, zum Hotel zu fahren, lecker zu Abend zu essen und früh schlafen zu gehen, man weiss ja nie, was einen in der Nacht in Island erwartet.


Bis bald
Loni 57BF8D7E-DB32-411A-8424-D9792DEF780C.jpeg
 

Lonici

Well-Known Member
#6
2. Nach-Quarantäne-Tag: Jökulsárlón
Sonnenaufgang ca. 9:40 Uhr
Ein Vorteil der Reise durch Island im Winter ist, dass wir nicht in aller Herrgottsfrühe aus den Federn müssen.
Wir geniessen das leckere Frühstück (woher kommt es, dass ich in Island immer mit einem wahnsinns Appetit gesegnet bin?) und dann gehts zur Gletscherlagune.
Der Parkplatz ist leer. Hin und wieder taucht im Laufe des Vormittags ein Auto mit Einheimischen auf, aber ansonsten bleiben wir von Touristen verschont
.
Das Wetter macht einen auf crazy April, von Sonnenschein bis heavy Schneefall ist alles da.
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Wir wechseln von der Lagune zur Diamond Beach. Ich trage meine warm gefütterten Gummistiefel aus dem Fischereibedarf
, und muss meine Füsse weniger oft vor dem heftigen Wellengang in Sicherheit bringen - sehr praktisch.
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Stefan scheucht uns kurz vor Mittag auf. Wegen des eher mässigen Wetters hat er kurzerhand eine Eishöhlentour organisiert. Husch-husch zurück ins Hotel, Klamotten und Schuhe gewechselt. Aber davon später.

Bis dann
Loni
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Lonici

Well-Known Member
#8
So wunderschöne Fotos!

Wieviel Grad war es denn kalt? Ihr haltet es ja scheint's lange draußen aus.
:saukalt: Es war saukalt! :009: So zwischen -1 und -3 Grad tagsüber. Aber mit diesem ständigen Wind gefühlt noch min. 10 Grad kälter. Ich war aber gut ausgerüstet (Mountain Equipment Daunenjacke :007:, gefütterte Winteroutdoorhosen und spezielle Fotohandschuhe von The Heat Company). Aber nach vier Stunden Nordlicht Fotografie nachts um zwei, hält nichts mehr warm :0096:.
 

Lonici

Well-Known Member
#9
Wo waren wir stehen geblieben? Ach ja, bei der Eishöhle. Wo genau die Höhle lag und welchen Anbieter Stefan gewählt hatte, weiss ich nicht mehr genau. Ich weiss nur noch, dass es sensationell cool war.

Da Raymos Truck zu kleine
Reifen hat, steigen wir in einen anderen Truck um.
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Birgi, unser Guide für die Tour, fährt uns abenteuerlich über gewaltige Schlaglöcher, kleine gefrorene Tümpel und durch Flüsschen. Nicht alle finden das so toll wie ich, zweien wird ziemlich übel. Nach ca. 30 Minuten stellen wir die Autos ab und marschieren, mit Helm, Stirnlampe und Steigeisen versehen noch einmal 35 Minuten zum Gletscher.
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Birgi erzählt uns viel Wissenswertes, auch Trauriges, nämlich, dass die Gletscher in Island rasant schnell abschmelzen, was schlimme Folgen für die Natur haben wird.

Dann sind wir da und total überwältigt. Boah! Wir sind ganz alleine da und dürfen dieses Wunder für zwei Stunden bewundern und ablichten.
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Der Eingang zur Höhle
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Je nach Lichteinfall schimmert das Eis in anderen Farben
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Hier ist es ohne Lampe stockfinster, über uns befinden sich mehr als 60m Gletschereis! :0096:
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Blick Richtung Eingang
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Mein Lieblingsbild <3
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Natürlich muss auch der Rückweg wieder unter die Füsse genommen werden, schliesslich will das Abendessen verdient sein. Aber zuvor halten wir für den Sonnenuntergang am Daimond Beach. Doch davon später.

Bis bald
Loni
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#11
Unsere Tage sind soooo lang und so voller toller Erlebnisse und Sujets.
Vor dem Abendessen vergnügen wir uns noch etwas am Diamond Beach, wobei unsere Mägen schon sehr knurren. Wir freuen uns auf das heutige Menue, Iclandic Cod steht heute darauf.
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Raymo ist überzeugt, dass wir später in der Nacht Nordlichter zu sehen bekommen.
Um 21.00 Uhr machen wir uns also warm eingepackt auf den Weg zum Fjallsárlón. Wir kommen ganz schön ins Schwitzen bis wir an unserem Fotospot ankommen, aber das wird nicht lange andauern. Es wird eine sehr kalte Nacht, in der wir aller warmen Sachen zum Trotz bitterlich frieren. Ob es das wert war? Welche Frage.
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Bis bald
Loni
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