Sicherheit vs. Überwachung

Ali G.

Well-Known Member
Project PRISM

Nicht das folgender Kommentar irgendeine Neuigkeit enthalten würde, aber eine schöne Zusammenfasssug ist es trotzdem, wie ich finde:

Interessant aber auch: "ein bedeutender Terroranschlag wurde verhindert". Was passiert ist, erfährt man nicht. Außerdem rechtfertigt dieser angebliche Erfolg, die Dauer-Überwachung und Speicherung der Kommunkation von mind. 350 Mio. Menschen?

Was würden die Menschen sagen, wenn man ihre Briefe heimlich öffnet und mitliest?
Egal, mag manche Person nun sagen/denken.
OK, aber warum war man dann so enttäuscht und vor allem wütend, als man erfuhr, dass die Eltern in den Tagebücher gelesen haben? Sie wollten doch schließlich auch nur für unsere Sicherheit sorgen........:0025:

Wieder mal, Fragen über Fragen..

[h=2]NSA-Überwachungsprogramm Prism: Die Methoden der Internet-Späher[/h] Von Christian Stöcker und Konrad Lischka
E-Mails, Fotos, Videos, Chats - der US-Geheimdienst NSA späht offenbar große Teile der digitalen Kommunikation aus. Auch deutsche Nutzer von Anbietern wie Google oder Yahoo könnten betroffen sein. Doch es gibt Mittel, um sich gegen die staatlichen Cyberspione zu wehren.

...

Wo liegen die Risiken für die Nutzer?
Man könnte sich auf den Standpunkt stellen: Was sollten US-Behörden schon von mir wollen? Tatsächlich ist die Wahrscheinlichkeit, ins Visier der Geheimdienste zu geraten, für den Normalbürger wohl relativ gering. Dass aber, gerade bei der Suche nach Terroristen und Terrorverdächtigen, Fehler passieren, ist dokumentiert.
Zwei prominente Beispiele: Murat Kurnaz, der von pakistanischen Sicherheitskräften verhaftet, an die US-Armee in Afghanistan übergeben und dann jahrelang im Gefangenenlager Guantanamo Bay eingesperrt wurde. Und Andrej Holm, ein Berliner Soziologe, der im Jahr 2007 als vermeintlicher Linksterrorist verhaftet und später gemeinsam mit seiner Familie jahrelang überwacht wurde.

... So haben Sicherheitsbehörden in der Vergangenheit stets argumentiert: Wir sind die Guten, das sind die Bösen, Unbescholtene haben nichts zu befürchten.......

So aber funktioniert ein demokratischer Rechtsstaat nicht: Das Verhältnis des Bürgers zu seinen Sicherheitsbehörden kann nicht von Vertrauen allein bestimmt werden. Es braucht demokratisch legitimierte Kontrolle und Transparenz. Wie viele Rechte Bürger für ihre Sicherheit aufzugeben bereit sind, ist eine ständig neu auszuhandelnde Frage. In den USA wurde diese Frage den Bürgern nicht gestellt. Von all den Ausländern, für deren Kommunikation das NSA-Netz offiziell aufgebaut wurde, ganz zu schweigen......
Quelle: Spiegel online

HIER findet sich der gesamte Artikel.
 

Ali G.

Well-Known Member
[h=1]Prism
Polizeigewerkschaft sieht US-Überwachung als Vorbild[/h] Der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft bezeichnet die Verteidigung des NSA-Überwachungsprogramms Prism durch Obama als mutig und entschlossen. "Man kann nicht 100 Prozent Sicherheit und 100 Prozent Privatsphäre haben", erklärte Obama.


Der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, hat sich positiv über das NSA-Überwachungsprogramm Prism geäußert. Laut Berichten hat der Geheimdienst seit Jahren bei Microsoft, Yahoo, Google, Facebook, Youtube, Skype, AOL und Apple direkten Zugriff auf die Daten der Nutzer.


"Ich habe die große Hoffnung, dass wir uns in Deutschland nicht länger auf unser Glück verlassen, sondern der Bevölkerung klipp und klar sagen, was zur Verbesserung polizeilicher Analysekompetenz nötig ist", sagte Wendt Handelsblatt Online. Das "wertvollste" Bürgerrecht sei der Schutz vor Terror und Kriminalität. "Präsident Barack Obama argumentiert mutig, entschlossen und er hat fachlich hundertprozentig recht", betonte Wendt. "Diese Politik wünschte ich mir auch in Deutschland und Europa."


.....
Quelle: Golem.de

HIER gibt es den gesamten Text
 

Texasranger

Well-Known Member
Zum Thema Prism kann man aus deutscher rechtstaatlicher Sicht eine Menge sagen, auch kritische Dinge. Aber nur soviel: Die Medaille hat zwei Seiten, auch aus deutscher Sicht. Es ist z.B. kaum bekannt, dass die so genannten Sauerland-Attentäter, die RE-Züge sprengen wollten, nur gefasst worden und die Attentate verhindert worden sind, weil die NSA deren Mails mitgelesen und die deutschen Behörden informiert hat. Der Staatsschutzsenat des OLG Düsseldorf hat dies übrigens als rechtlich unproblematisch angesehen. Wie Obama zutreffend sagte: Man kann nicht alles haben, 100% Sicherheit ohne Einschränkungen gibt es nicht. Gruß Texasranger
 

Ali G.

Well-Known Member
Interesanter Aspekt, den Du da beschreibst. Tausche Sicherheit gegen Privatsphäre. Nur leider funktioniert das nun mal leider nicht, wie die Geschichte - vielleicht leider - regelmässig belegt (Madrid, London, Boston, etc. - um mal in derselben Kategorie an "incidents" zu bleiben). Die Geschichte belegt - vielleicht auch leider - aber, dass Komplettüberwachung - man könnte auch sagen Bespitzelung - nie zu etwas Gutem wird/führt (z. B. 3. Reich, DDR, UDSSR, Jugoslawien, Iran, China, Nordkorea, etc.).

Aber hier der Link zum Interview des Guardian zum selber Gedanken machen:
NSA whistleblower Edward Snowden: 'I don't want to live in a society that does these sort of things' – video | World news | guardian.co.uk
 
J

Jochen

Guest
100% Sicherheit gibt es eh nie wie die Geschichte zeigt - 100% Unterdrückung schon.
Mal davon abgesehen das es in meinen Augen grundsätzlich der falsche Ansatz ist die Auswirkungen von Terrorismus verhindern zu wollen anstatt dessen Ursachen zu bekämpfen. Und da müsste der Westen erst einmal vor der eigenen Tür kehren.....
 

Florian B.

Well-Known Member
Alleine die Tatsache, dass Unmengen an Daten von Millionen Nutzern mitgelesen und gespeichert werden zeigt ja die Hilflosigkeit des Systems: man weiss eigentlich gar nicht, wonach man suchen will, wen man konkret überwachen will oder sollte, sondern man macht erst einmal alle zu Pauschalverdächtigen. Das alles ohne Konzept und ohne Verstand,.
 

Ali G.

Well-Known Member
Falls man doch mal etwas unternehmen möchte...

...nachfolgend ein Link, um wenigstens den Deutschen Behörden die ganze Schnüffelei ein wenig schwieriger zu machen:

http://stopp-bda.de/


[h=2]Sammel-Verfassungsbeschwerde gegen das Gesetz zur Bestandsdatenauskunft[/h]Der Kieler Datenschutzaktivist und Piraten-Abgeordnete Patrick Breyer und die Themenbeauftragte für Datenschutz der Piratenpartei Deutschland Katharina Nocun werden als Hauptbeschwerdeführer eine Verfassungsbeschwerde gegen das Bestandsdatengesetz einreichen. Die Kläger sehen dieses Gesetz zur Datenabfrage als verfassungswidrigen Eingriff in die informationelle Selbstbestimmung.
....

Quelle: http://stopp-bda.de/

P.S::
Aber Vorsicht: Wer weiß, vielleicht wird die Teilnahme ja in ein paar Jahren für illegal erklärt, Dein Name steht dann aber in den Archiven - Kapitel "Verteidiger des Datenschutzes/Schurken"!
 

Ali G.

Well-Known Member
Fünf Argumente gegen die Verharmloser

[h=2]Fünf Argumente gegen die Verharmloser

Alles nicht so schlimm. Meine Daten interessieren niemanden. Es hilft doch gegen Terrorismus. Behauptungen wie diese sollen der NSA-Überwachung den Schrecken nehmen. Es wäre aber fatal, auf diese Verharmlosung hereinzufallen.

...

[/h]
Quelle: Spiegel online

HIER der gesamte Artikel
 

Reisefieber

Well-Known Member
Ich bin mir ja nicht sicher ... aber glaubt hier wirklich jemand, dass jede Mail, jedes Telefonat und jede Internetseite die eine Person führt oder öffnet aktiv von einer anderen Person 24/7 überwacht wird? Das hört sich hier gerade so an als ob für jeden Mensch in der Gesellschaft ein anderer in einem dunklen Geheimgewölbe sitzt und diesen aktiv überwacht. Meine Güte ...
Hier wird vollautomatisch mit einer Software nach bestimmten Kriterien gesucht und wenn diese gefunden werden (und nur dann) wird genauer hingesehen. Und wenn sich alles als ein dummes Missverständnis herausstellt, dann ist die Sache wieder erledigt.
Mir ist es lieber wenn irgendeine Software prüft ob ich nicht was wirklich dummes vor habe als dass ich Angst haben muss von einem radikalen Schwachkopf weggebombt zu werden. Jeder Enttarnte und jeder Verhaftete bedeutet, dass Menschenleben gerettet wurden.
Man kann darauf warten, dass irgendwann irgendwo wieder ein Attentat gelingt. Und dann schreien die gleichen die gegen die Überwachung sind am lautesten... "Wie konnte das geschehen"?. Besonders amüsant finde ich die "Überwachungsgegner" die jeden ihrer Schritte auf Facebook posten... :007:
Vielleicht sollten sich manche einfach ein paar Pillen gegen Verfolgungswahn und Paranoia besorgen...

*just my 2 Cents*
 

MBCSCOUT

Well-Known Member
Danke Reisefieber. So sehe ich das auch.

Ich kann übrigens sehr gut damit leben, dass staatliche Organisationen Zugriff auf meinen Kontostand, meine E-Mails oder meinen Facebook-Account haben. Alles völlig uninteressante Inhalte dort. Es liegt ja an jedem selbst, welche (brisanten) Informationen er über potenziell unsichere Informationskanäle austauscht. Viel kritischer sehe ich da die Menschen, die ihr gesamtes Leben im Internet ausbreiten und es JEDEM und nicht nur der NSA zugänglich machen. Da wird bspw. in Live-Reiseberichten (ich lese sie gern, keine Frage) der ganzen Welt mitgeteilt, dass das Haus zuhause gerade unbewacht ist. Dazu noch schöne (oder weniger schöne) Fotos in allen Lebenslagen und der Klarname, damit Betrüger wirklich sicher sein können, dass auch wirklich niemand zuhause ist. Ich frage mich da wirklich manchmal, wie groß das Mitteilungsbedürfnis dort sein muss und was man sich davon verspricht.
 

tribble

Well-Known Member
Das sehe ich anders. Erstens weiß nicht jeder, der einen Live-Reisebericht liest, wo der Verfasser wohnt, und zweitens ist es ein Unterschied, ob ich etwas freiwillig erzähle oder ob der Staat oder ein anderer(!) Staat sich das Recht herausnimmt, mich zu überwachen.

Für mich ist das ein schwieriges Thema. Einerseits möchte ich nicht überwacht (also per se schon mal unter Generalverdacht stehen) werden, andererseits denke ich, dass ich vielleicht in den sauren Apfel beißen muss, wenn dadurch wirklich Attentate verhindert werden. Wenn es denn so ist, so ganz klar ist das ja nicht.
 

TiPi

Moderator
Moderator
Viel schlimmer finde ich, was für ein Hype über diese Sache gemacht wird :vogel:
Da entrüsten sich Menschen, wie sowas sein kann, etc.. :muha:
Sorry, aber wo lebt Ihr? Da laufen im Hintergrund sicher ganz andere Dinge, von denen manche nicht zu träumen wagen und die wir nicht wissen. :009:
Für mich ist diese Abhörgeschichte nichts Neues. Blauäugig anders zu denken :009:
 

MBCSCOUT

Well-Known Member
Das sehe ich anders. Erstens weiß nicht jeder, der einen Live-Reisebericht liest, wo der Verfasser wohnt, und zweitens ist es ein Unterschied, ob ich etwas freiwillig erzähle oder ob der Staat oder ein anderer(!) Staat sich das Recht herausnimmt, mich zu überwachen.

Für mich ist das ein schwieriges Thema. Einerseits möchte ich nicht überwacht (also per se schon mal unter Generalverdacht stehen) werden, andererseits denke ich, dass ich vielleicht in den sauren Apfel beißen muss, wenn dadurch wirklich Attentate verhindert werden. Wenn es denn so ist, so ganz klar ist das ja nicht.
Die Polizei überwacht Dich mit Radarmessgeräten obwohl Du vorschriftsmäßig fährst. Das Finanzamt überwacht Dich, obwohl Du brav und ehrlich Deine Steuern zahlst. Deine Bank überwacht Dich, obwohl Du keine Geldwäsche betreibst.

Alles zum Schutz der Allgemeinheit und in der Regel ohne Murren von allen akzeptiert. Einziger Unterschied zur NSA: es ist bekannt und erfolgt nicht heimlich.

P.S.
bei manchen Reiseberichten ist es auch nicht schwer Klarnamen und Wohnorte herauszufinden. Ich finde das erschreckend. Okay, das war nicht das Thema. Ich wollte nur etwas die Doppelmoral vieler bemängeln. Das ganze Leben jedem zugänglich machen, aber über die "Schnüffelpraxis" staatlicher Organisationen meckern.
 
J

Jochen

Guest
Die Polizei überwacht Dich mit Radarmessgeräten obwohl Du vorschriftsmäßig fährst. Das Finanzamt überwacht Dich, obwohl Du brav und ehrlich Deine Steuern zahlst. Deine Bank überwacht Dich, obwohl Du keine Geldwäsche betreibst.

Alles zum Schutz der Allgemeinheit und in der Regel ohne Murren von allen akzeptiert. Einziger Unterschied zur NSA: es ist bekannt und erfolgt nicht heimlich.
Mit Verlaub gesagt: Das ist Blödsinn - alles oben von Dir aufgeführte wird im Rahmen der Gesetze in unserem Lande durchgeführt die wir uns durch unsere gewählten Volksvertreter mehrheitlich selbst auferlegt haben. Das was die NSA da macht entbehrt zumindest hierzulande jeglicher gesetzlichen Grundlage und steht sogar im direkten Gegensatz zu dieser - insofern ist es schlicht und ergreifend illegal.
Wenn wir das einfach achselzuckend hinnehmen dann müssen wiruns auch nicht wundern wenn wir irgendwann wieder in einem totalitären Staat leben....

Mir persönlich kommt das kalte Grausen wenn ich Obrigkeitshörigkeit nach dem Motto "Die machen das ja nur um uns zu schützen.." höre und jemand wirklich glaubt das er aus dem System einfach wieder rauskommt wenn er "irrtümlich" da reingekommen ist....

Vermutlich sitzen auch alle Gefangenen in Guantanamo zu Recht und werden dort gefoltert - wenn sie die eingesperrt haben werden die schon was gemacht haben und haben somit auch keinen Anspruch mehr auf eine Behandlung im Rahmen der Menschenrechte :vogel:.....
 

Reisefieber

Well-Known Member
Ganz ehrlich ... mir ist es so was von Latte ob das nun gesetzeskonform ist oder nicht...
Fakt ist: Es geht hier um unsere Sicherheit. Wenn jemand glaubt dass es (noch) andere unglaublich geheime Gründe gibt... vielleicht nachmittags nicht so viel RTL schauen :035:

Schlagt erst einmal eine andere, bessere und wegen mir auch gesetzeskonforme Lösung vor die das gleiche Ergebnis bringt.
Vielleicht stellen sich die Herren Bombenleger auch freiwillig wenn man sie darum bittet? Oder sie versprechen aufzuhören? Mich für meinen Teil ärgern die starken Sicherheitskontrollen an den Flughäfen seit 9/11 selber. Aber so lange es Freaks gibt die sich und/oder andere mit Freude ins Jenseits sprengen, so lange gibt mir das wenigstens ein klein wenig das Gefühl von Sicherheit.
Gleiches gilt für die Onlineüberwachung. Es wird wenigstens etwas unternommen um solchen Clowns das Handwerk zu legen.
Wie lange geht denn nun schon die Diskussion um die Vorratsdatenspeicherung in Deutschland? Ein Zustimmung zu solch einer Überwachung wie sie jetzt aufgedeckt wurde hätte es nie gegeben und wird es nie geben.
Also lieber ein paar Attentate in Kauf nehmen als dass eine Software den Datenverkehr überwacht. Ja ne ... schon klar.
Hier gleich die Gefahr eines totalitären Staats an die Wand zu malen... naja.... Hallo?
 
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